Feuerwehrleute aus der ganzen EU unterstützen Schwedens Kampf gegen Waldbrände

In einer Solidaritäts-Aktion wurden Löschflugzeuge, Helikopter und Feuerwehrleute aus ganz Europa entsandt.

EURACTIV.com
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Mehrere EU-Staaten haben Hilfskräfte nach Schweden entsandt (im Bild italienische Feuerwehrmänner und ihre Löschflugzeuge). [[European Commission]]

Die Europäische Union hat erfolgreich eine Aktion zur Bekämpfung der in Skandinavien wütenden Waldbrände koordiniert. Im Rahmen der Solidaritäts-Aktion wurden Löschflugzeuge, Helikopter und Feuerwehrleute aus ganz Europa entsandt.

Regionen um den Polarkreis, die normalerweise eher mit Schnee, Eis und Regen in Verbindung gebracht werden, leiden unter ungewöhnlich heißen Temperaturen und trockenen Bedingungen, die inzwischen zahlreiche Waldbrände ausgelöst haben.

Schweden ist am schwersten von den Bränden betroffen, die auch in Norwegen, Finnland und Russland wüten. Am 16. Juli hat die schwedische Regierung die Europäische Kommission um Unterstützung gebeten, die daraufhin die Koordination der freiwilligen Unterstützungsangebote der EU-Mitgliedstaaten übernahm.

Bisher wurden sieben Löschflugzeuge aus Italien, Portugal und Frankreich sowie sechs Hubschrauber aus Deutschland und Litauen entsandt. Darüber hinaus haben sich fast 200 Feuerwehrleute aus Polen und Dänemark auf den Weg nach Norden gemacht.

Auch das Nicht-EU-Land Norwegen hat sich den Bemühungen angeschlossen und sechs Hubschrauber in sein Nachbarstaat geschickt.

Die EU-Kommission selbst kann nicht einseitig Mittel bereitstellen, sondern lediglich bei der Koordinierung und Kofinanzierung helfen.

Der Leiter der humanitären Hilfe der EU, Christos Stylianides, dankte „allen Ländern für ihre schnellen Hilfsangebote im Rahmen unseres EU-Katastrophenschutzverfahrens“ und fügte hinzu: „Das ist es, was unsere Bürger von einem Europa, das schützt, erwarten.“

In der Stadt Bjursås, nordwestlich von Stockholm, wo die Brände besonders heftig sind, begrüßten die Einwohner an den Straßen eintrefende polnische Feuerwehrleute, die in Richtung der Waldbrände zogen.

Ein baldiges Ende der Hitze scheint derweil nicht in Sicht zu sein: In der gesamten Region wird in den kommenden Tagen weiterhin mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius gerechnet.

Skandinavien ist durch Waldbrände besonders gefährdet, da die üblicherweise feuchten und milden Bedingungen dazu führen, dass Wälder und Moore große Kohlenstoffspeicher entwickeln. Das bedeutet, dass jede Zündquelle, ob künstlich oder natürlich, riesige Brände auslösen kann.

Gefahrenmeldungen auch für Ost- und Mitteleuropa

Das Europäische Waldbrandinformationssystem hat davor gewarnt, dass die Brandgefahr in den nächsten Wochen auch in Mittel- und Osteuropa hoch bleiben wird.

Im Juni 2017 waren in Portugal 64 Menschen bei Bränden ums Leben gekommen. 45 weitere Menschen starben im Oktober aufgrund von Waldbränden – trotz einer ähnlichen Solidaritätsbekundung der Mitgliedstaaten, mit der schlussendlich die Brände unter Kontrolle gebracht werden konnten.

Die EU-Katastrophenhilfe ist jedoch nicht auf Europa beschränkt. Anfang letzten Jahres wurden fast 200 Feuerwehrleute aus dem gesamten Kontinent nach Chile entsandt, nachdem die südamerikanische Regierung um Hilfe gebeten hatte.

Das Katastrophenschutzverfahren der EU, zu dem die 28 Mitgliedstaaten sowie Island, Montenegro, Norwegen, Serbien, Mazedonien und die Türkei gehören, ermöglicht es jedem Land auf der ganzen Welt, um Hilfe zu bitten.

Argentinien, Brasilien, Kolumbien, Japan, Mexiko, Panama, Peru und Venezuela konnten bereits auf ähnliche Unterstützungsaktionen aus Europa bauen.