Finnland "bereit" für größere Rolle beim Krisenmanagement in Afrika

Ein parteiübergreifender Parlamentsausschuss hat empfohlen, Finnland solle sein Engagement und seine Beteiligung an "Krisenmanagement-Operationen", insbesondere in Afrika, verstärken.

EURACTIV.com
French soldiers die in helicopter crash
Finnland soll nach Ansicht des Parlaments im Konfliktmanagement aktiver werden. Im Bild: Ein französischer Militärhelikopter im Norden Malis, Archivbild vom 19. Mai 2017. [EPA-EFE/CHRISTOPHE PETIT TESSON]

Ein parteiübergreifender Parlamentsausschuss hat empfohlen, Finnland solle sein Engagement und seine Beteiligung an „Krisenmanagement-Operationen“, insbesondere in Afrika, verstärken.

Der Bericht mit dem Titel „Effektives Krisenmanagement“, der am Mittwoch veröffentlicht wurde, wurde gestern von einer deutlichen Mehrheit der Parteien im Parlament, einschließlich der nationalistischen Finnen-Partei, angenommen. In ihm werden Klimawandel, Bevölkerungswachstum, schlechte Regierungsführung, erzwungene Migration und Terrorismus als potenziell zunehmende Probleme genannt.

Für Finnland würde ein solcher Politikwechsel so etwas wie eine „Rückkehr in die Vergangenheit“ bedeuten: Einem Bericht des finnischen Rundfunks zufolge hatte das Land bis vor einigen Jahren etwa 2.000 Soldatinnen und Soldaten in Militärmissionen auf der ganzen Welt eingesetzt. Diese Zahl ist inzwischen auf 360 geschrumpft. Die meisten finnischen Militärangehörige seien dabei im Nahen Osten stationiert.

Im Verhältnis zu seiner Bevölkerung steht Finnland mit dieser Zahl jedoch an zweiter Stelle unter den EU-Ländern – unter anderem, da weitere 60 Fachleute des Landes derzeit an globalen zivilen Krisenmanagement-Operationen beteiligt sind.

Insgesamt führt die EU aktuell 17 zivile und militärische Krisenmanagementoperationen und -missionen durch. Acht davon sind in Afrika aktiv, während zwei Meeres-Operationen mit der  jeweiligen Lage in Somalia und Libyen in Zusammenhang stehen.