Finnland erwägt finanzielle Unterstützung für die Ukraine

Finnland könnte die Ukraine finanziell unterstützen, wenn sie einen Militärangriff erleidet, sagte Ministerpräsidentin Sanna Marin (SDP). Ob die Hilfe auch Waffenexporte umfassen würde, sei eine "kompliziertere" Frage.

EURACTIV.com
European Council in Brussels
Immer mehr Finn:innen sprechen sich für die NATO-Mitgliedschaft aus, zu der Präsident Sauli Niinistö kürzlich erklärte, ein Referendum sei nicht mehr länger notwendig. [EPA-EFE / OLIVER HOSLET / POOL]

Finnland könnte die Ukraine finanziell unterstützen, wenn sie einen Militärangriff erleidet, sagte Ministerpräsidentin Sanna Marin (SDP) auf ihrer monatlichen Pressekonferenz am Dienstag. Ob die Hilfe auch Waffenexporte umfassen würde, sei eine „kompliziertere“ Frage.

Marin äußerte sich auch zu möglichen Sanktionen und der Diskussion über die NATO-Mitgliedschaft.

Sollte der befürchtete Angriff Russlands auf die Ukraine tatsächlich erfolgen und die Europäische Union und Russland Sanktionen und Gegenmaßnahmen verhängen, wären auch finnische Unternehmen davon betroffen. Marin teilte mit, dass die Handelsbeziehungen Finnlands mit Russland mit den europäischen Partnern besprochen worden seien und man Verständnis für Finnlands Position habe.

Nach der Annexion der Krim betrafen die von der EU verhängten Sanktionen lediglich 0,5 Prozent der finnischen Exporte nach Russland. Die Gegensanktionen trafen Finnland allerdings hart. Rund fünf Prozent der finnischen Exporte nach Russland waren von den russischen Sanktionen betroffen, die hauptsächlich aus Lebensmitteln wie Milch- und Fleischprodukten bestanden.

Kompensierende Märkte wurden damals allerdings schnell in Asien gefunden, und die Auswirkungen auf das finnische BIP betrugen lediglich 0,1 Prozent. Dieses Mal könnten die Auswirkungen jedoch wesentlich größer sein, insbesondere falls Energie auf die Sanktionsliste gesetzt werden würde.

Die Premierministerin wurde erneut zu Finnlands möglicher Bewerbung und Mitgliedschaft in der NATO befragt. Anfang des Jahres hatte Marin eine Kontroverse ausgelöst, als sie voraussagte, dass eine Bewerbung vor den nächsten Parlamentswahlen im April 2023 „sehr unwahrscheinlich“ sei.

Zwar blieb Marin bei ihrer früheren Aussage, fügte hinzu, dass eine Bewerbung Finnlands noch in dieser Legislaturperiode nicht ausgeschlossen sei.