Finnland will Handys in Schulen verbieten

Ein neues Gesetz in Finnland will Mobiltelefone an Schulen verbietet. Damit sollen ein konzentriertes Lernumfeld gefördert und der anhaltende Abwärtstrend Finnlands bei der internationalen Bildungsvergleichsstudie PISA umgekehrt werden.

Euractiv.com
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In Finnland ist die Bedeutung von Mobiltelefonen, die eng mit dem Erfolg von Nokia verbunden ist, seit langem unumstritten. Im Vergleich zu anderen Ländern werden Kinder in Finnland schon früher mit Mobiltelefonen ausgestattet, und viele besitzen bereits bei der Einschulung ein solches Gerät. [Shutterstock/Daniel Hoz]

Ein neues Gesetz in Finnland will Mobiltelefone an Schulen verbieten. Damit sollen ein konzentriertes Lernumfeld gefördert und der anhaltende Abwärtstrend Finnlands bei der internationalen Bildungsvergleichsstudie PISA umgekehrt werden.

Die PISA-Studie bewertet die Lernergebnisse von 15-Jährigen in den Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesen. Finnland ist für sein gutes Abschneiden bei der Studie bekannt, welches 2006 seinen Höhepunkt erreichte. Seither hat es jedoch schwächer abgeschnitten.

Die neue, rechtskonservative finnische Regierung kündigte in ihrem Regierungsprogramm Maßnahmen an, um das Problem der schwankenden Bildungsergebnisse anzugehen. Sie verspricht eine Aufstockung der Mittel für die Grundbildung um 200 Millionen Euro, um sicherzustellen, dass die Schüler die grundlegenden Fähigkeiten für das Lesen, Schreiben und in der Mathematik erwerben.

Doch Geld allein reicht nicht aus, meint die finnische Regierung, die nun auch die Mobiltelefone der Schüler ins Visier nehmen will.

„Die Regierung wird die Befugnisse von Lehrern und Schulleitern stärken, um in Aktivitäten einzugreifen, die den Unterricht während der Schulzeit stören“, kündigte die Regierung am Montag an.

„Wir werden die notwendigen Gesetzesänderungen vornehmen, um effizientere Einschränkungen in Fällen wie der Nutzung von Mobilgeräten während des Schultages zu ermöglichen, damit sich Schüler und Studenten besser auf den Unterricht konzentrieren können“, heißt es weiter.

In Finnland war die Bedeutung von Mobiltelefonen, die eng mit dem Erfolg von Nokia verbunden ist, lange unumstritten. Im Vergleich zu anderen Ländern werden Kinder in Finnland schon früh mit Mobiltelefonen ausgestattet. Viele besitzen bereits bei der Einschulung ein solches Gerät.

Trotz der von Pädagogen geäußerten Bedenken hinsichtlich der nachteiligen Auswirkungen der Geräte auf Aufmerksamkeit und Konzentration geben die bestehenden Vorschriften der finnischen Bildungsbehörde den Schulen nicht die Möglichkeit, Schülern das Mitbringen von Mobilgeräten auf das Schulgelände zu untersagen.

Dies wird sich jedoch ändern, wenn das Parlament dem Vorschlag der Regierung zustimmt.

Das Vorhaben scheint in der Öffentlichkeit große Unterstützung zu finden, wie eine kürzlich gestartete Bürgerinitiative zeigt, die mehr als 30.000 Unterschriften gesammelt hat und Maßnahmen wie das Ausschalten von Mobiltelefonen während der Schulzeit oder gar ein vollständiges Verbot von Mobiltelefonen im Unterricht fordert.