Firmen uneins über Änderungen bei EU-Nachhaltigkeitsregeln

Die Französische Unternehmensvereinigung AFEP fordert umfassende Reformen der EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung. Doch der Vorstoß spaltet sogar ihre eigenen Mitglieder.

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Windmill alongside coal fired power station in the Maasvlakte outer Rotterdam docks, Netherlands
Von der Leyens Ankündigung, die Nachhaltigkeitsreportings zu vereinfachen, haben zu Diskussionen geführt. [Photo by Adrian Greeman/Getty Images]

Die Französische Unternehmensvereinigung AFEP fordert umfassende Reformen der EU-Nachhaltigkeitsberichterstattung. Doch der Vorstoß trifft in den eigenen Reihen auf unterschiedliche Meinungen. 

Die AFEP fordert eine „neue Architektur“ für die EU-Regeln zur nachhaltigen Finanzierung, einschließlich der freiwilligen Anwendung der grünen Taxonomie der EU. Das geht aus einem Brief hervor, der letzte Woche an die Europäische Kommission geschickt wurde und von Euractiv eingesehen wurde.

Der Brief fordert zudem die Verschiebung und Neuverhandlung der EU-Richtlinie zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht im Bereich der Nachhaltigkeit (CSDDD), die Unternehmen verpflichtet, Menschenrechts- und Umweltauswirkungen zu bewerten.

Doch einige AFEP-Mitglieder sind anderer Meinung.

Ein Mitglied erklärte gegenüber Euractiv: „Die Taxonomie freiwillig zu machen, würde einen übermäßigen Rückschritt bedeuten, da sich bereits viele Unternehmen darauf eingestellt haben.“ Das Unternehmen befürchtet, dass Investitionen untergraben werden, sollten Nachhaltigkeitsregeln nicht eingehalten werden.

Ausgelöst wurden die vielen verschiedenen Diskussionen in der Branche durch das Versprechen der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, den Rahmen für Nachhaltigkeitsberichterstattung in ihrer zweiten Amtszeit zu vereinfachen.

Auch der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé, der zur französischen AFEP gehört, mischt sich in die Debatte ein. In einem separaten Brief forderte Nestlé die EU-Kommissare auf, „keine Neuverhandlungen bereits vereinbarter Texte zuzulassen“ und „Änderungen auf solche zu beschränken, die redundante oder sich überschneidende Berichtsanforderungen reduzieren.“

Einer der Hauptargumente ist, dass diese Unternehmen bereits erheblich investiert und sich auf die Umsetzung der Regeln vorbereitet haben.

„Verabschiedete und beschlossene Gesetze wie die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) und die [CSDDD] sollten weder geändert noch verschoben werden“, heißt es in einem LinkedIn-Post von Bart Vandewaetere, VP für Unternehmenskommunikation bei Nestlé.

Diese Regeln „sprechen legitime gesellschaftliche Anliegen an und fördern Verantwortung und Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette“, fügte Vandewaetere hinzu.

Während die Debatte weitergeht, deuten erste Anzeichen darauf hin, dass die AFEP möglicherweise Erfolg haben könnte. Der französische Vizepräsident der Kommission, Stéphane Séjourné, erklärte gegenüber französischen Medien, dass die vollständige Streichung der Berichtspflichten der Richtlinie möglicherweise zur Diskussion stehen könnte.

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