Fischfang-Verhandlungen zwischen London und Oslo gescheitert
Die Gespräche zwischen dem Vereinigten Königreich und Norwegen über ein neues Fischereiabkommen sind am Donnerstag gescheitert. Das zuständige britische Ministerium monierte, die norwegische Regierung habe ein "faires Angebot" abgelehnt.
Die Gespräche zwischen dem Vereinigten Königreich und Norwegen über ein neues Fischereiabkommen sind am Donnerstag gescheitert. Das zuständige britische Ministerium monierte, die norwegische Regierung habe ein „faires Angebot“ abgelehnt.
Da das Vereinigte Königreich aus der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU ausgeschieden ist, kann es nun individuelle Fischereiabkommen mit anderen Drittländern aushandeln.
Mit der norwegischen Regierung wurde im vergangenen Jahr vereinbart, ein gemeinsames Post-Brexit-System aufzubauen, das jährliche Verhandlungen über Fangquoten und den Zugang zu den Gewässern des jeweils anderen Landes beinhalten würde. Die beiden Seiten hatten es jedoch bereits damals nicht vermocht, ein erstes Jahresabkommen für 2021 auszuhandeln.
Das Ergebnis ist, dass die britischen Fischer nun keinen Zugang zu den Gewässern Norwegens haben, die besonders für ihren Kabeljau bekannt sind. Das dürfte sich auf die Versorgung des Vereinigten Königreichs auswirken, wo Kabeljau unter anderem für das „Nationalgericht“ Fish & Chips verwendet wird.
„Wir haben ein faires Angebot für den Zugang zu britischen Gewässern und den Austausch von Fangquoten vorgelegt. Letztendlich sind wir aber zu dem Schluss gekommen, dass unsere Positionen zu weit auseinander liegen, um in diesem Jahr eine Einigung zu erzielen,“ teilte ein Sprecher des britischen Ministeriums für Umwelt, Ernährung und ländliche Entwicklung mit.
Die britische Fischereiindustrie warnte ihrerseits, das Scheitern der Verhandlungen werde hunderte Arbeitsplätze in den Fischergemeinden im Osten Englands kosten.
Jane Sandell, CEO des Fischfangunternehmens UK Fisheries, kritisierte: „Die Norweger […] werden weiterhin ihre Fischprodukte zollfrei nach Großbritannien verkaufen, während wir von ihren Gewässern ausgeschlossen sind. Man kann es nicht anders sagen: Das ist eine Schande und eine nationale Blamage.“