Fischsterben in der Oder: Illegale Abwassereinleitungen aufgedeckt

Tonnen von toten Fischen, Bibern, Vögeln und Muscheln wurden aus der Oder geborgen. Zwar hat der Untersuchungsausschuss des polnischen Parlaments fast 300 illegale Abwassereinleitungen aufgedeckt, aber es ist immer noch unklar, was und wer für die Vergiftung verantwortlich ist.

/ EURACTIV.pl
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Die ökologische Katastrophe an der Oder geht weiter und hat negative Auswirkungen auf die Grenzgebiete von Polen, Deutschland und der Tschechischen Republik. [Shutterstock/Fotokon]

Tonnen von toten Fischen, Bibern, Vögeln und Muscheln wurden aus der Oder geborgen. Zwar hat der Untersuchungsausschuss des polnischen Parlaments fast 300 illegale Abwassereinleitungen aufgedeckt, aber es ist immer noch unklar, was und wer für die Vergiftung verantwortlich ist.

Die ökologische Katastrophe an der Oder geht weiter und hat negative Auswirkungen auf die Grenzgebiete von Polen, Deutschland und der Tschechischen Republik.

Abgeordnete der liberalen Bürgerkoalition, der größten Oppositionspartei im polnischen Parlament, haben die staatliche Wasserwirtschaftsgesellschaft Wody Polskie inspiziert, die für die Überwachung der polnischen Wasserwirtschaft zuständig ist. Die Abgeordneten Dariusz Joński und Michał Szczerba gaben am Donnerstag Einzelheiten ihrer Inspektion des Staatsunternehmens bekannt.

„In der Datenbank, die wir heute überprüft haben, gibt es 429 Genehmigungen für die Einleitung von Abwässern in die Oder und ihre Nebenflüsse“, sagte Joński.

Der Politiker nannte ein Unternehmen in der Stadt Kędzierzyn-Koźle als Beispiel für die Ausnutzung der gesetzlichen Möglichkeit, Abfälle in den Fluss zu entsorgen. Nach Angaben des Abgeordneten werden von diesem Unternehmen jährlich 6.000 m3 Schadstoffe, darunter Phosphor und Zink, in die Oder eingeleitet.

Der Politiker gab ebenfalls an, dass er 282 illegale Standorte entdeckt habe, an denen Abfälle und Giftmüll in die Oder abgeleitet würden.

„Es ist nicht bekannt, welche Stoffe durch diese Abflüsse in die Oder eingeleitet wurden. Es ist möglich, dass diese Anhäufung von hochgefährlichen Stoffen eher diesen als einen anderen Effekt hervorgerufen hat“, sagte Szczerba.

Die ersten Berichte über tote Fische in der Oder tauchten bereits im März auf, wurden aber von den polnischen Wasserwirtschaftsbehörden heruntergespielt. Erst im August, als die größten Medien des Landes über die Umweltkatastrophe berichteten, wurde das Interesse geweckt.

Bis heute ist noch nicht geklärt, wer die Schuld an der Vergiftung des Flusses trägt und was das Massenfischsterben verursacht hat – bis jetzt wurden Mesitylen, Quecksilber und giftige Algen als mögliche Ursachen genannt.

Die polnische Staatsanwaltschaft hat eine Untersuchung eingeleitet, um die Verantwortlichen für die Vergiftung des Flusses zu finden. Dutzende Tonnen toter Tiere wurden geborgen, die Belüftung des Flusses hat begonnen und der polnische Premierminister hat den Präsidenten von Wody Polskie, Przemysław Daca, entlassen.