Frankreich investiert 170 Millionen Euro in präventive Gesundheitsinnovationen

Die französische Gesundheitsinnovationsagentur (AIS) plant, 170 Millionen Euro in Innovationen zu investieren. Dies soll die präventive Versorgung in acht Bereichen verbessern, darunter Kinder- und psychische Gesundheit sowie chronische und seltene Krankheiten.

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Eines der Hauptziele der Strategie ist es, die Kosten für die Behandlung verschiedener Krankheiten zu senken. [Gerain0812/Shutterstock]

Die französische Gesundheitsinnovationsagentur (AIS) plant, 170 Millionen Euro in Innovationen zu investieren. Dies soll die präventive Versorgung in acht Bereichen verbessern, darunter Kinder- und psychische Gesundheit sowie chronische und seltene Krankheiten.

Die interministerielle Strategie unter der Leitung von AIS, an der die Ministerien für Gesundheit, Wirtschaft und Bildung beteiligt sind, wurde am Mittwoch (28. August) vorgestellt. Sie ist Teil der Gesundheitskomponente von France 2030, einem Investitionsplan in Höhe von 54 Milliarden Euro. Dieser wurde 2021 von Präsident Emmanuel Macron angekündigt und soll Investitionen in Spitzeninnovationen und den ökologischen Wandel fördern.

„Die explosionsartige Zunahme chronischer Krankheiten, die Überalterung der Bevölkerung, der Klimawandel und die Herausforderungen in Bezug auf die personellen und finanziellen Ressourcen [für die Gesundheitsversorgung] zwingen uns, unsere Präventionsstrategie zu beschleunigen“, so die Geschäftsführerin von AIS, Lise Alter.

„Es ist das erste Mal in Frankreich, dass wir in diesen Bereich investieren“, sagte Philippe Guilbert vom Gesundheitsministerium auf einer Pressekonferenz zur Vorstellung des Aktionsplans.

Acht Bereiche werden abgedeckt: die Gesundheit von Kindern, der Kampf gegen Unfruchtbarkeit, Autonomieverlust, psychische Gesundheit, chronische Krankheiten, seltene Krankheiten, Suchtkrankheiten und Infektionskrankheiten.

Die mit 170 Millionen Euro ausgestattete Strategie zielt darauf ab, die Entwicklung innovativer Geräte mit nachgewiesener Wirksamkeit zu unterstützen und die Erforschung der Auswirkungen von Umweltfaktoren auf die Gesundheit zu finanzieren.

Die Mittel sind in drei Bereiche aufgeteilt: 100 Millionen Euro für die Entwicklung von Großprojekten zur Integration von Gesundheitstechnologien im Wert von jeweils bis zu zehn Millionen Euro und 50 Millionen Euro für ein Forschungsprogramm über Umweltfaktoren unter der Leitung des Institut national de la santé et de la recherche du médicament (INSERM). Mit weiteren 20 Millionen Euro werden Industrieprojekte zur Weiterentwicklung innovativer Präventionstechnologien unterstützt.

Eines der Hauptziele der Strategie ist es, die Kosten für die Behandlung verschiedener Krankheiten zu senken. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wird Frankreich allein im Jahr 2024 26 Milliarden Euro für psychische Erkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgeben.

Eine erste Aufforderung zur Einreichung innovativer Projekte im Bereich der Primärprävention, mit denen gesundheitsfördernde Verhaltensweisen gefördert werden sollen, wurde am 31. Juli veröffentlicht.

Schwedisches Modell

Bevor die französischen Behörden ihre Strategie vorstellten, untersuchten sie den Ansatz anderer Länder im Bereich der öffentlichen Gesundheit.

„Auf europäischer Ebene und in Gesprächen mit mehreren Ländern sind wir übereingekommen, dass es wichtig ist, zu mehr Innovation in den Bereichen Diagnose, Screening und Vorhersage überzugehen, mit viel gezielteren Therapien“, so das Gesundheitsministerium.

Das Ministerium fügte hinzu, dass sich Frankreich am Beispiel Schwedens orientiere. Beide Länder gehören zwar zu den Ländern mit den höchsten Gesundheitsausgaben in Europa (rund elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2021), Schweden hat sich jedoch dafür entschieden, mehr Geld in Präventionsmaßnahmen zu investieren.

So legt es beispielsweise den Schwerpunkt auf die Prävention nicht übertragbarer Krankheiten, indem es strenge Maßnahmen gegen Tabak- und Alkoholkonsum ergreift und die psychische Gesundheit in den Mittelpunkt seiner Prioritäten im Bereich der öffentlichen Gesundheit stellt.

Laut Guilbert könnte Frankreich durch bessere Präventionsmaßnahmen bis zu 100.000 Todesfälle pro Jahr verhindern.

[Bearbeitet von Catherine Feore/AliceTaylor-Braçe/Kjeld Neubert]