Frankreich weist nun „Rumänen“ und „Bulgaren“ aus
In den ersten neun Monaten des Jahres habe Frankreich 6.562 Rumänen und 910 Bulgaren zurückgeführt, sagte der französische Immigrationsminister, Eric Besson. Er hat aufgehört, sie als Roma zu bezeichnen. EURACTIV Rumänien berichtet.
In den ersten neun Monaten des Jahres habe Frankreich 6.562 Rumänen und 910 Bulgaren zurückgeführt, sagte der französische Immigrationsminister, Eric Besson. Er hat aufgehört, sie als Roma zu bezeichnen. EURACTIV Rumänien berichtet.
Scheinbar gehen die Ausweisungen der Roma aus Frankreich unvermindert weiter, doch Frankreich hat offensichtlich aufgehört, sich sie durch ihre Ethnizität zu bezeichnen.
Besson kündigte an, dass die französischen Behörden 1.476 Rumänen und 227 Bulgaren zwangsweise zurückgeführt hätten. Zusätzlich dazu hätten 5.086 Rumänen und 683 Bulgaren finanzielle Hilfe angenommen, um nach Hause zurückzukehren.
Paris stellte 300 Euro pro erwachsene Person und 100 Euro pro Kind bereit für Familien, die sich bereit erklärten, in ihre Heimat zurückzukehren.
Die Taktik wurde von Menschenrechtsorganisationen als eine Form der Bestechung beschrieben, während andere sagen, es handle sich lediglich um eine Art „bezahlten Urlaubs“ für Roma und erlaube ihnen, eine Rückfahrkarte nach Frankreich zu kaufen.
In der Tat sind Roma aus Bulgarien und Rumänien als EU-Bürger berechtigt, zurück nach Westeuropa zu fahren, und ein Ticket mit dem Bus kostet etwa 80 Euro.
Insgesamt seien in derselben neunmonatigen Periode 21.384 Ausländer – auch EU-Bürger – aus Frankreich ausgewiesen worden, so Besson. Von diesen seien Bulgaren und Rumänen am willigsten gewesen, finanzielle Hilfe anzunehmen.
Besson sagte, dass das Jahr 2010 keine große Veränderung in der Ausweisungspolitik bedeutet habe. Jedoch gestand er eine Beschleunigung der Ausweisungen von „rumänischen Nomaden“ in irregulären Situationen im August und September ein.
Die veränderte Wortwahl scheint ein Zeichen der neuen Taktik zu sein, nachdem Frankreich stark von der Europäischen Kommission kritisiert worden war, in seinen Ausweisungen gegen die Roma diskriminiert zu haben.
Besson bezog sich nur mit der Nationalität auf die Ausgewiesenen und mit dem Wort „Nomaden“, das eine Lebensart beschreibt und keine Ethnizität.
Vor eineinhalb Jahren vermied Italien die Kritik der Kommission für eine Diskriminierung gegen die Roma in einer Fingerabdruckkampagne, die sich gegen eine Volksgruppe wand. Der Grund dafür sei gewesen, erklärte ein Kommissionssprecher, dass die italienische Regierung die Roma als „Nomaden“ bezeichnete.
Wenn Sie auf diesen Artikel reagieren möchten, klicken Sie bitte hier.