Frankreich will ältere Menschen zurück ins Arbeitsleben bringen [DE]
Mit einem neuen Plan will der französische Premier Dominique de Villepin die Beschäftigungsaussichten von älteren Menschen verbessern.
Mit einem neuen Plan will der französische Premier Dominique de Villepin die Beschäftigungsaussichten von älteren Menschen verbessern.
Nach dem Scheitern des geplanten Neueinstellungsvertrags für junge Menschen (‘CPE’, siehe EURACTIV, 10. April 2006) hat der angeschlagene französische Regierungschef Dominique de Villepin ein neues Vorhaben in Angriff genommen. Eine neue Initiative soll die Beschäftigungsquote der 55- bis 64-Jährigen bis 2010, in Übereinstimmung mit der EU-Lissabon-Strategie, von derzeit 38 % auf 50 % anheben.
Wie viele andere Länder hat auch Frankreich mit dem demographischen Wandel, überhöhten Sozialausgaben und einem reformbedürftigen Arbeitsmarkt zu kämpfen, die seine Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.
Der neue Plan soll es Unternehmen ermöglichen, Arbeitslosen, die 57 Jahre oder älter sind, befristete Arbeitsverträge („CDD senior“) anzubieten. Außerdem werden Unternehmen ältere Arbeitnehmer unter 65 nicht mehr in Frührente schicken könnte.
Menschen mit niedrigen Renten sollen künftig ihre Einkünfte über andere Einkommen verbessern können und über 60-Jährige werden in bestimmten Fällen einen „Rentenbonus“ erhalten.
Nachdem sich die französische Regierung heftige Vorwürfe seitens der Sozialpartner gefallen lassen musste, sie würden nicht ausreichend berücksichtigt, wollte die Regierung sie dieses Mal frühzeitig einbeziehen, um die Beziehungen und ihr Image zu verbessern. Villepin betonte: „Der nationale Plan für Beschäftigung von älteren Menschen ist das Ergebnis eines bemerkenswerten Konsultationsprozesses“. Drei Gewerkschaften (CFDT, CFTC und CGC) und der französische Arbeitgeberverband Medef haben bereits ihre Zustimmung signalisiert.
Der Plan wird voraussichtlich Anfang 2007 in Kraft treten können.