Französische Regierung gibt strategische Treibstoffvorräte frei

Die französische Regierung habe "strategische Vorräte freigegeben" und die Treibstofflieferungen um 20 Prozent erhöht, teilte Premierministerin Elisabeth Borne, die derzeit auf einer Reise nach Algerien befindet, am Sonntag (9. Oktober) mit.

EURACTIV.fr
Shortage of gasoline at Total Energie gas stations in France
Am Sonntagnachmittag seien fast ein Drittel der französischen Tankstellen von Versorgungsproblemen betroffen gewesen, heißt es in einem Bericht des Ministeriums für Energiewende, der dem Sender Franceinfo vorliegt. [EPA-EFE/SEBASTIEN NOGIER]

Die französische Regierung habe „strategische Vorräte freigegeben“ und die Treibstofflieferungen um 20 Prozent erhöht, teilte Premierministerin Elisabeth Borne, die derzeit auf einer Reise nach Algerien befindet, am Sonntag (9. Oktober) mit.

Seit zehn Tagen herrscht in den Raffinerien und Treibstofflagern eine von den Gewerkschaften CGT initiierte soziale Bewegung, die Lohnerhöhungen fordert.

Am Sonntagnachmittag seien fast ein Drittel der französischen Tankstellen von Versorgungsproblemen betroffen gewesen, heißt es in einem Bericht des Ministeriums für Energiewende, der dem Sender Franceinfo vorliegt.

„Angesichts der Situation haben wir Maßnahmen ergriffen, um die am Wochenende geschlossenen Depots zu öffnen, den Verkehr von Lastwagen zu genehmigen, unsere strategischen Vorräte freizugeben und unsere Importe zu erhöhen“, verkündete die Ministerin für Energiewende Agnès Pannier-Runacher am Sonntagabend auf Twitter.

Das ganze Wochenende über sorgten Versorgungsprobleme für einen Ansturm von Autofahrern an einigen Tankstellen. Die Nachfrage lag am Sonntag bis zu 30-35 Prozent höher als sonst, so die Ministerin gegenüber BFM TV.

Pannier-Runacher forderte die Franzosen und Französinnen auf, nicht zu den Tankstellen zu eilen und warnte, dass „diese Maßnahmen eine Verbesserung der Situation im Laufe der Woche ermöglichen werden.“

In einer Erklärung erklärte der Ölkonzern TotalEnergies, er sei bereit, die Lohnverhandlungen mit der CGT zu beschleunigen, „vorbehaltlich der Beendigung der Blockaden.“ Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 10 Prozent ab dem 1. Januar.