Frauen arbeiten in der EU zwei Monate umsonst

Ab Anfang November arbeiten Frauen in der EU rein rechnerisch umsonst, denn sie verdienen im Schnitt 16 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. In Deutschland sind es sogar 21 Prozent, so die EU-Kommission.

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Frauen verdienen in der EU im Schnitt 16,3 Prozent weniger als Männer. [Von Hyejin Kang/ Shutterstock]

Am „Europäischen Tag der Lohngleichheit“ hat die EU-Kommission mitgeteilt, dass Frauen in der EU dieses Jahr ab dem 3. November faktisch umsonst arbeiten. In Deutschland ist das noch früher der Fall.

Frauen verdienen in der EU im Schnitt 16 Prozent weniger als Männer, teilte die Kommission am Freitag mit. In Deutschland beträgt das Lohngefälle den Angaben zufolge 21,5 Prozent, das ist der dritthöchste Wert in der EU. Die Daten für das Lohngefälle basieren auf den Unterschieden bei den durchschnittlichen Stundenlöhnen für Männer und Frauen. Die Gründe dafür seien vielfältig, erklärte die Kommission. So arbeiteten Frauen häufiger in Teilzeit, würden durch das Phänomen der „gläsernen Decke“ in der Karriere gebremst, arbeiteten eher in Niedriglohnsektoren und müssten häufig die Hauptverantwortung für Betreuung in der Familie schultern.

In den einzelnen EU-Staaten sind die Ungleichheiten nach den Kommissionsdaten sehr unterschiedlich ausgeprägt. Am niedrigsten waren die Unterschiede zwischen Männern und Frauen in Rumänien (5,2 Prozent) und Italien (5,3 Prozent). Noch vor Deutschland standen beim höchsten Gefälle Estland (25,3 Prozent) und Tschechien (21,8 Prozent).

„Diese Situation ist nicht länger hinnehmbar“, erklärte die Kommission und forderte stärkere Bemühung zur Angleichung der Gehälter. Denn diese hätten auch Auswirkungen auf die Rentenansprüche von Frauen. Hier liegt das Gefälle zwischen Männern und Frauen demnach im EU-Schnitt sogar noch bei 36,6 Prozent.