Frauen sterben häufiger an Herzkrankheiten als Männer
Frauen sind weniger vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschützt als Männer. Sie sind auch deshalb gefährdeter, weil diese Erkrankungen bei ihnen nicht so schnell erkannt werden. Insgesamt sind 42 Prozent aller Todesfälle bei Frauen in Frankreich auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Das geht aus einer vor kurzem veröffentlichten Studie hervor. EURACTIV Frankreich berichtet.
Frauen sind weniger vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen geschützt als Männer. Sie sind auch deshalb gefährdeter, weil diese Erkrankungen bei ihnen nicht so schnell erkannt werden. Insgesamt sind 42 Prozent aller Todesfälle bei Frauen in Frankreich auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Das geht aus einer vor kurzem veröffentlichten Studie hervor. EURACTIV Frankreich berichtet.
Die Liste der Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist lang und sie umfasst Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Einer Studie des Französischen Kardiologenverbandes (FFC) zufolge sind Herzkrankheiten die häufigste Todesursache bei über 65-Jährigen Frauen in Frankreich.
Diese Feststellung steht im Gegensatz zum weit verbreiteten Irrglauben, dass mehr Männer als Frauen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen sind. Der Kardiologenverband geht davon aus, dass 147.000 Menschen pro Jahr in Frankreich an diesen Krankheiten sterben, unter ihnen 54 Prozent Frauen. Die Annahmen des Verbandes stützen sich auf verschiedene Studien, die von der American Heart Association und der European Society of Cardiology durchgeführt wurden. „Herzinfarkte verbindet man normalerweise mit 50-60 Jahre alten, übergewichtigen und unsportlichen Rauchern. Frauen sterben jedoch häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer“, sagt Claire Mounier Véhier, Kardiologie-Professorin.
Unzureichende Untersuchungen
Eine Umfrage des FFC von 2011 zeigt, dass die Bedeutung von Herzkrankheiten für die Sterblichkeitsraten von Frauen immer noch stark unterschätzt wird. Und das, obwohl die häufigsten Todesursachen bei Frauen Herzinfarkte (18 Prozent) und Schlaganfälle (14 Prozent) sind.
Der Verband kritisiert die Vorbeugemaßnahmen für Frauen und Mädchen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen als unzureichend. Vehier sagt, dass es sehr wichtig sei, die Vorbeugung für Frauen zu verbessern. Man müsse drei Altersgruppen herausstellen, die besonders gefährdet seien. „Es ist unerlässlich, die Frauen und ihre Ärzte darüber aufzuklären, dass sie besonders auf drei Phasen ihres hormonellen Lebens achten müssen: Beim ersten Verhüten beziehungsweise bei der Wiederaufnahme der Verhütung, während der Schwangerschaft und bei der Menopause“, sagt die Expertin.
Schlechte Nachsorge
Ein Bericht des EuroHeart-Projekts zeigt, dass Frauen bei zahlreichen klinischen Studien zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterrepräsentiert sind, obwohl die Zahl der Erkrankungen bei Frauen mittleren Alters steigt. Bei Männern ist das nicht der Fall. Die Einstellung der Ärzte muss sich also ändern.
Ein weiterer Faktor ist die unterschiedliche medizinische Versorgung der Geschlechter im Fall einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Frauen werden später als Männer behandelt, außerdem bekommen sie keine wirkungsvolle, medizinische Behandlung nach einem Herzinfarkt. Der Vizepräsident des FFC führt das darauf zurück, dass Frauen dem Familienleben Priorität einräumen, anstatt sich einer Herz-Kreislauf-Rehabilitation zu unterziehen.
Ungesunder Lebensstil
„In den letzten zwanzig Jahren hat sich der Lebensstil der Frauen dem der Männer angenähert. Schlechte Angewohnheiten wie Rauchen, Alkoholkonsum, Schlafmangel, der zunehmende Stress des Berufs-und Familienlebens und chronische Einsamkeit, all das trägt zu einem erhöhten Risiko der Frauen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei“, sagt Claire Mounier Véhier.
Fettleibigkeit, früher Tabakkonsum, Stress und Bewegungsmangel gelten als Faktoren, die Frauen anfälliger für Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen.