Frühere französische Telekom-Manager nach 35 Suiziden vor Gericht

Zehn Jahre nach einer beispiellosen Suizid-Serie bei der französischen Telekom müssen sich ehemalige Manager wegen "Mobbings" vor Gericht verantworten. In Paris begann am Montag der Prozess gegen den früheren France-Télécom-Chef Didier Lombard sowie sechs weitere Manager.

epa07553677 Former France Telecom CEO Didier Lombard arrives at the courthouse in Paris, France, 07 May 2019. Several former members of France telecom’s top management go on trial for alleged ‚moral harassment‘, some ten years after a wave of suicides among France telecom employees between 2008 and 2009. Within three years, France Telecom, which now goes under the name Orange S.A., has cut about 22,000 jobs, though only through attrition and without any layoffs. At that time, several French ministers and Trade Unions have voiced their concerns over working conditions.  EPA-EFE/YOAN VALAT
In Paris begann am Montag der Prozess gegen den früheren France-Télécom-Chef Didier Lombard sowie sechs weitere Manager. Sie sollen bei dem Umbau des Unternehmens nach der Privatisierung so viel Druck gemacht haben, dass sich 35 Mitarbeiter das Leben nahmen. [EPA-EFE/YOAN VALAT]

Zehn Jahre nach einer beispiellosen Suizid-Serie bei der französischen Telekom müssen sich ehemalige Manager wegen „Mobbings“ vor Gericht verantworten. In Paris begann am Montag der Prozess gegen den früheren France-Télécom-Chef Didier Lombard sowie sechs weitere Manager. Sie sollen bei dem Umbau des Unternehmens nach der Privatisierung so viel Druck gemacht haben, dass sich 35 Mitarbeiter das Leben nahmen. Den Angeklagten drohen je bis zu einem Jahr Haft und Geldstrafen von 15.000 Euro.

Die Ermittler werfen den sieben früheren Managern „organisiertes Mobbing“ vor: Sie sollen in den Jahren 2008 und 2009 bei France Télécom eine Atmosphäre geschaffen haben, die viele Mitarbeiter in die Verzweiflung trieb. Gewerkschaften sprachen von einer „außergewöhnlichen Brutalität“ in dem Unternehmen, das heute Orange heißt.

Unter Leitung von Unternehmenschef Lombard sowie seines Stellvertreters Louis-Pierre Wenes mussten damals 22.000 der rund 120.000 Mitarbeiter gehen. Lombard sagte vor Managern, er werde das Programm zum Stellenabbau durchziehen, „ob durch das Fenster oder durch die Tür“.

Zu den Hauptangeklagten zählt auch der ehemalige Personalchef Olivier Barberot. Vier weitere Verantwortliche stehen als Komplizen der früheren Geschäftsleitung vor Gericht.