Führende Politiker begehen Ende des Kalten Krieges [DE]

Führende Politiker der Vergangenheit und der Gegenwart werden heute mit deutschen Menschenmengen zusammenkommen, um den zwanzigsten Jahrestag des Falls der Berliner Mauer zu begehen - starkes Symbol des Kalten Kriegs, die eine Stadt und einen Kontinent geteilt hat.

Führende Politiker der Vergangenheit und der Gegenwart werden heute mit deutschen Menschenmengen zusammenkommen, um den zwanzigsten Jahrestag des Falls der Berliner Mauer zu begehen – starkes Symbol des Kalten Kriegs, die eine Stadt und einen Kontinent geteilt hat.

Erinnerungen an den 9. November 1989 dominierten die Schlagzeilen der deutschen Zeitungen am Wochenende, und die Fernsehsender brachten Dokumentaraufnahmen, Augenzeugenberichte und Diskussionsrunden über das Ereignis, das Europa verändert hat.

„Kaum jemals war ein historischer Umbruch so schnell, so radikal und so unmittelbar sichtbar wie am 9. November 1989”, schrieb die Kölner Rundschau in einem Kommentar.

„Wer kurz vor 20 Uhr am Brandenburger Tor stand, der hätte es für einen absurden Traum gehalten, dass vier Stunden später eine Menschenmenge auf der Mauerkrone stehen würde.”

Entscheidende Personen der Epoche, die den Untergang des Kommunismus einleiteten – wie etwa der ehemalige Sowjet-Chef Mikhail Gorbatschow und Lech Walesa, der die anti-kommunistischen Proteste in Polen als Anführer der Solidaritäts-Gewerkschaft führte – werden an den Erinnerungsfeiern in der einst geteilten Hauptstadt am Montag teilnehmen.

Auch teilnehmen werden die Staats- und Regierungschefs der Länder, die Nachkriegsdeutschland besetzten – außer den USA, die durch Außenministerin Hillary Clinton vertreten werden.

Der britische Premierminister Gordon Brown, der französische Präsident Sarkozy und der russische Präsident Dmitri Medwedew werden alle zu den Feierlichkeiten erwartet, die von Kanzlerin Angela Merkel inmitten einer Reihe bilateraler Gespräche durchgeführt werden.

Tausende Touristen sind in die Hauptstadt geströmt um das Ereignis zu feiern, das die deutsche Wiedervereinigung, den Zusammenbruch des Eisernen Vorhangs und das Ende der Sowjetunion beschleunigte.

Der glücklichste Tag

Merkel, die damals als Wissenschaftlerin in Ostberlin arbeitete, sagte, das Wochenende des Mauerfalls sei der „glücklichste Tag in Deutschlands jüngster Geschichte“.

Feierlichkeiten sind in der gesamten Stadt geplant, darunter das Umstürzen von 1,000 gigantischen, bemalten Styroporsteinen an einem 1,5 km langen Stück der ehemaligen Mauer.

Von der Massenflucht ihrer Staatsbürger nach Westberlin bedroht, begann das kommunistische Ostdeutschland in den frühen Morgenstunden des 13. August 1961 einen „antifaschistischen Schutzwall“ zu errichten.

Gemäß einer neuen in diesem Jahr veröffentlichten Studie wurden mindestens 136 Menschen an der Berliner Mauer zwischen 1961 und 1989 beim Fluchtversuch getötet. 

Tausenden jedoch gelang es den Minenfeldern, Hunden, Grenzern und Wachtürmen zu entgehen, indem sie erfinderische Mittel wie Tunnel, Fluggeräte und versteckte Kammern in Autos benutzten, um in den Westen zu gelangen.

Für einige Deutsche bleibt die Wiedervereinigung des Landes von 1990 ein wunder Punkt. Einige Hundert linke Demonstranten protestierten am Samstag gegen die geplanten Feierlichkeiten in Berlin.

Nach einer von der Leipziger Volkszeitung in Auftrag gegebenen neuen Umfrage unter mehr als 1.000 Deutschen will einer von acht Deutschen, dass die Mauer wieder aufgebaut wird – wobei die Zahl in Ost und West fast gleich ist.

Überlebende des Kalten Kriegs haben über den Tag reflektiert, an dem Ostdeutschland seine Grenze zum Westen öffnete, nachdem Tausende seiner Bürger hinter dem Eisernen Vorhang durch die ungarisch-österreichische Grenze im Sommer 1989 hervorgeschlüpft waren.

Helmut Schmidt, der 90-jährige Bundeskanzler Westdeutschlands von 1974 bis 1982, erzählte dem öffentlich-rechtlichen Sender NDR, dass er „zutiefst bewegt“ war, als die Mauer fiel.

„Ich wusste immer, dass wir eines Tages in Europa die Gelegenheit haben würden, die zwei deutschen Nachkriegsstaaten wiederzuvereinigen, aber ich dachte nicht, dass ich den Tag erleben würde”, sagte er. „Es hat mich fast überwältigt.“

(EURACTIV mit Reuters)