G8 beschließt Schuldenerlass für die 18 ärmsten Länder der Welt [DE]

Die Finanzminister der G8-Staaten haben sich auf einen sofortigen Schuldenerlass in Höhe von 40 Milliarden Dollar für die 18 am höchsten verschuldeten Länder der Welt geeinigt. Die Entwicklungshilfe könnte teilweise mithilfe einer Flugsteuer finanziert werden.

Die Finanzminister der G8-Staaten haben sich auf einen sofortigen Schuldenerlass in Höhe von 40 Milliarden Dollar für die 18 am höchsten verschuldeten Länder der Welt geeinigt. Die Entwicklungshilfe könnte teilweise mithilfe einer Flugsteuer finanziert werden.

Die Einigung wurde rechtzeitig vor dem vom 6. bis 8. Juli in Gleneagles, Schottland, stattfindenden G8-Gipfel gefunden. Die Schulden von 18 Ländern, die sich auf insgesamt 55 Milliarden Dollar belaufen (44 Milliarden Dollar bei der Weltbank, 6 Milliarden Dollar beim Internationalen Währungsfonds und 5 Milliarden Dollar bei der Afrikanischen Entwicklungsbank), sollen vollständig erlassen werden. 

Der Schuldenerlass wird drei verschiedenen Ländergruppen gewährt:

  • ein sofortiger Schuldenerlass für die 18 am höchsten verschuldeten Länder (40 Milliarden Euro)
  • in den kommenden 12 bis 18 Monaten: Schuldenerlass für neun weitere Länder (11 Milliarden Dollar)
  • ein Schuldenerlass für elf weitere Länder, sobald diese eine Reihe von Kriterien erfüllen (4 Milliarden Dollar)

Die Finanzminister erwägen außerdem die Erhebung einer Steuer auf Flugtickets, um zusätzliche Mittel für die Entwicklungshilfe aufbringen zu können. Diese Idee wurde erstmals im Januar 2005 von dem französischem Präsidenten Jacques Chirac in Umlauf gesetzt und ist bei den EU-Ministern auf Unterstützung gestoßen (EURACTIV, 17. Mai 2005).