GPS-Alternative Galileo: EU bestellt weitere Satelliten
Die europäische GPS-Alternative Galileo soll 2014 in Betrieb gehen. Dafür hat die EU drei neue Verträge für Satelliten und Startdienstleistungen unterschrieben. Die deutsche OHB System AG wird acht weitere Galileo-Satelliten liefern.
Die europäische GPS-Alternative Galileo soll 2014 in Betrieb gehen. Dafür hat die EU drei neue Verträge für Satelliten und Startdienstleistungen unterschrieben. Die deutsche OHB System AG wird acht weitere Galileo-Satelliten liefern.
In zwei Jahren will die EU ihr alternatives Satelliten-Navigationssystem in Betrieb nehmen. Mit Galileo will sich Europa unabhängig vom derzeit dominierende US-System GPS machen.
Die EU-Kommission hat dazu am Donnerstag (2. Februar 2012) drei weitere Verträge für Satelliten und Startdienstleistungen unterschrieben. Ein Konsortium aus der deutschen OHB System AG, der britischen Surrey Satellite Technology Ltd. (SSTL) und der europäischen Weltraumorganisation ESA erhielt einen Vertrag über den Bau und Test von acht weiteren Satelliten. Das Auftragsvolumen liegt bei 250 Millionen Euro.
OHB baut weitere Satelliten
Die EU-Kommission hat mit OHB System und EADS-Astrium einen Rahmenvertrag über die Bereitstellung von bis zu 32 Satelliten in den Jahren 2010 bis 2016 geschlossen. Die acht am Donnerstag bestellten Satelliten ergänzen die 18 bereits in Auftrag gegebenen Satelliten, von denen sich zwei seit dem 21. Oktober 2011 in der Umlaufbahn befinden. Damit steigt die Zahl der Satelliten bis Ende 2015 auf 26. Ein zweiter Start mit zwei weiteren Galileo-Satelliten soll dieses Jahres erfolgen.
OHB System ist Hauptauftragnehmer für den Bau von nun 22 Satelliten des Systems und zeichnet dabei für die Entwicklung des Satellitenbusses und die Integration der Satelliten verantwortlich, teilte das Unternehmen mit. Die 22 Satelliten werden in Bremen endgefertigt. "Derzeit laufen die Integrationsarbeiten am ersten Satelliten und die Serienfertigung der weiteren Satelliten wird vorbereitet", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.
Auftrag für Arianespace und Astrium
Die Kommission hat am Donnerstag einen zweiten Vertrag mit Arianespace (Frankreich) über eine Reservierungsoption von bis zu drei Starts mit Ariane-5-Raketen (Reservierungsgebühr von 30 Millionen Euro) geschlossen.
Ein dritter Vertrag mit einem Wert von rund 30 Millionen Euro wurde mit Astrium SAS (Frankreich) abgeschlossen, um die derzeit genutzte Ariane-5-Rakete für den gleichzeitigen Transport von vier Galileo-Satelliten pro Start zu modifizieren. Galileo-Satelliten werden derzeit paarweise an Bord der russischen Sojus-Trägerrakete befördert.
Das Galileo-System
Das Galileo-Navigationssystem wird insgesamt 30 Satelliten (plus zwei Ersatz-Satelliten) umfassen. Dazu kommen Steuerungszentren in Europa sowie ein weltweites Netz von Sensor- und Verbindungsstationen.
EURACTIV/mka
Links
EU-Kommission: Neue Satelliten und Startdienstleistungen: Galileo geht 2014 in Betrieb (2. Februar 2012)
EU-Kommission: Website zu Galileo
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