Große EU-Städte wollen sich im Kampf gegen den Klimawandel engagieren [DE]
Rund 130 europäische Großstädte haben sich gestern dazu verpflichtet, das Bewusstsein ihrer Bürger für den Klimawandel zu schärfen und eine ehrgeizige Politik im Bereich nachhaltiges öffentliches Beschaffungswesen zu betreiben. Sie argumentieren jedoch, dass die Regierungen ihnen mehr Befugnisse zugestehen müssten, damit sie diese Ziele umsetzen könnten.
Rund 130 europäische Großstädte haben sich gestern dazu verpflichtet, das Bewusstsein ihrer Bürger für den Klimawandel zu schärfen und eine ehrgeizige Politik im Bereich nachhaltiges öffentliches Beschaffungswesen zu betreiben. Sie argumentieren jedoch, dass die Regierungen ihnen mehr Befugnisse zugestehen müssten, damit sie diese Ziele umsetzen könnten.
Die Städte seien der beste Ort, um mit ihren Bürgern über globale Themen wie den Klimawandel zu sprechen und um zu zeigen, wie Änderungen auf lokaler Ebene – von der Abfallwirtschaft bis zum öffentlichen Verkehr – dazu beitragen könnten, diese globalen Herausforderungen anzunehmen, so EUROCITIES am 27. Oktober 2008 in einer Erklärung, die betont, dass über 70% der europäischen Bevölkerung in Städten lebt.
Eine Erklärung zum Klimawandel des Netzwerks der lokalen Regierungen von rund 130 Städten in 34 europäischen Ländern „spiegelt den Einsatz der EUROCITIES bei der Bekämpfung des Klimawandels wider“.
Die Erklärung ist nicht verbindlich, stellt aber Leitlinien zur Umsetzung politischer Maßnahmen auf lokaler Ebene zur Reduktion der Treibhausgasemissionen zur Verfügung. Dabei sollen alle lokalen Akteure mit eingebunden, die städtische Planung verbessert und die Bereiche Verkehr und Mobilität, erneuerbare Energien und diversifizierte Energieproduktion berücksichtigt werden.
Folgende Maßnahmen werden vorgeschlagen:
- Ehrgeizige Politik im Bereich nachhaltiges öffentliches Beschaffungswesen betreiben (siehe EURACTIV LinksDossier zum Umweltorientierten Beschaffungswesen);
- Innovative Partnerschaften in den Bereichen Forschung und Hochschulbildung entwickeln;
- Zersiedlung eindämmen und kompakte Städte entwickeln;
- Neue „Öko-Viertel“ schaffen;
- Energieeffiziente Gebäude errichten;
- Neue Formen der Mobilität entwickeln, und:
- Produktion erneuerbarer Energien entwickeln.
Um die globalen Ziele zum Klimawandel, darunter auch das EU-Ziel, CO2-Emissionen bis 2020 um 20% zu senken, erreichen zu können, sei die Unterstützung der Mitgliedstaaten zwar offensichtlich notwendig, aber nicht länger ausreichend, sagte EUROCITIES-Präsident und Bürgermeister von Lyon Gérard Collomb. Die Staaten müssten den Städten die Befugnis einräumen, auf lokaler Ebene Maßnahmen zur Reduktion von Emissionen zu ergreifen, und gemeinsam mit der Europäischen Union Finanzmittel bereitstellen, um Initiativen zur Unterstützung des öffentlichen Verkehrs und Wohnungsbaus sowie Initiativen im Energiebereich zu fördern, fügte er hinzu.
Er betonte außerdem, dass es nötig sei, die verschiedenen Möglichkeiten der verschiedenen Städte zu berücksichtigen.