Großteil der Bürger in Unkenntnis über EU-finanzierte Projekte
Eine große EU-weite Umfrage hat ergeben, dass zwei Drittel der Bürger sich keiner Projekte bewusst sind, die die EU in ihrer Region mitfinanziert. Jedoch ist das Bewusstsein in denjenigen Ländern größer, die das meiste Geld aus Brüssel erhalten.
Eine große EU-weite Umfrage hat ergeben, dass zwei Drittel der Bürger sich keiner Projekte bewusst sind, die die EU in ihrer Region mitfinanziert. Jedoch ist das Bewusstsein in denjenigen Ländern größer, die das meiste Geld aus Brüssel erhalten.
65 Prozent der Europäer seien sich nicht bewusst, dass die EU lokale und regionale Entwicklung fördere, wo sie lebten. Dies obwohl die EU derzeit ein Drittel ihres Budgets dafür ausgibt, Wachstum und Wohlstand in den 27 Mitgliedsstaaten und ihren Regionen zu fördern.
Das Niveau des öffentlichen Bewusstseins über EU-finanzierte Projekte wurde von einer „Flash-Eurobarometer“-Umfrage gemessen, deren Ergebnisse diese Woche von der Europäischen Kommission veröffentlicht wurden.
Die Umfrage zum Bewusstsein der Bürger und zu ihren Wahrnehmungen der EU-Regionalpolitik wurde im Juni 2010 von Gallup durchgeführt. Insgesamt nahmen über 27.000 Menschen aus allen 27 Mitgliedsstaaten an der Umfrage teil.
Die Ergebnisse der Erhebung zeigen, dass das Bewusstsein der Öffentlichkeit über EU-finanzierte Projekte von Land zu Land stark verscheiden ist. Wenn man sich die Mitgliedsstaaten ansieht, die das meiste Geld aus den Strukturfonds erhalten und gleichzeitig die ärmsten sind, findet man, dass in den meisten Fällen eine Mehrheit der Bevölkerung sagt, sie habe von einem oder mehreren Projekten gehört, die in ihrer Gegend von der EU mitfinanziert werden.
In Lettland, Litauen, Polen, Rumänien und der Slowakei sagten zwei Drittel der Befragten, sie hätten von EU-Projekten in ihrer Gegend gehört.
In der Tschechischen Republik, Estland, Ungarn, Portugal und Slowenien war sich mehr als die Hälfte der Befragten lokaler Projekte bewusst, die von der Kommission mitfinanziert werden.
Derweil gab es acht Länder, in denen weniger als 25 Prozent der Teilnehmer sich eines Projektes in ihrer Gegend bewusst waren. Zu ihnen gehören Belgien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Irland, die Niederlande und Österreich.
In Großbritannien hatten nur 13 Prozent der Befragten von lokalen Projekten mit EU-Unterstützung gehört.
Die Menschen, die sagten, sie hätten von solchen Projekten in ihrer Gegend gehört, wurden auch zu den Ergebnissen dieser Projekte befragt. 76 Prozent unter ihnen sagten, die Unterstützung der EU habe eine positive Auswirkung auf die wirtschaftliche und soziale Entwicklung ihrer Stadt oder Region gehabt. Innerhalb dieser Gruppe von Teilnehmern sagte mehr als ein Drittel (36 Prozent), sie hätten persönlichen Nutzen aus den Projekten gezogen.
Alle Teilnehmer an der Umfrage wurden auch zu ihrer Meinung gefragt, wie EU-Gelder zwischen den Mitgliedsstaaten aufgeteilt werden sollten. Die große Mehrheit (88 Prozent) stimmte überein, dass es eine gute Idee sei, den ärmsten Regionen das meiste Geld zu geben.
Doch die öffentliche Meinung ist geteilt darüber, ob alle Gelder an die ärmsten Regionen gehen sollten. Die Hälfte der Befragten (49 Prozent) sagten, die EU sollte nur die ärmsten unterstützen, während die andere Hälfte (47 Prozent) meinte, alle Regionen, auch die reichen, sollten etwas finanzielle Unterstützung erhalten können.