Handelskonflikt: Trump verschiebt EU-Zölle, belegt andere Länder

Mit einem neuen Dekret setzt US-Präsident Donald Trump auf Konfrontation: Frische Strafzölle gegen Dutzende Handelspartner treiben die USA weiter auf protektionistischen Kurs, während Zölle auf die EU um eine Woche verschoben wurden.

EURACTIV.com
Container terminal Logport 2 Duisburg
PRODUCTION - 30 July 2025, North Rhine-Westphalia, Duisburg: Containers stand on the quay in the port of Duisburg. Goods are transferred from rail to inland waterway vessels at the Logport 2 container terminal. Photo: Oliver Berg/dpa (Photo by Oliver Berg/picture alliance via Getty Images) [Oliver Berg/picture alliance via Getty Images]

Mit einem neuen Dekret setzt US-Präsident Donald Trump auf Konfrontation: Frische Strafzölle gegen Dutzende Handelspartner treiben die USA weiter auf protektionistischen Kurs, während Zölle auf die EU um eine Woche verschoben wurden.

Die Verfügung verschiebt einen ursprünglich geplanten 15-Prozent-Zoll auf europäische Waren bis zum 7. August und gewährt damit eine kurze Atempause, während Unterhändler an der Finalisierung des EU-US-Abkommens arbeiten.

Derselbe Zeitplan gilt für die meisten anderen Staaten – mit der bemerkenswerten Ausnahme Kanadas, das ab dem 1. August mit einer 35-prozentigen Abgabe auf seine Exporte in die USA rechnen muss.

Laut Leitlinien der Trump-Administration bleiben zudem Waren, die vor dem 7. August verschifft und vor dem 5. Oktober eintreffen, von den neuen Abgaben ausgenommen.

Brüssel hat Washington aufgefordert, mit der Umsetzung des neuen EU-US-Handelsabkommens zu beginnen und dem wichtigsten Handelspartner Europas ab dem 1. August „sofortige Zollentlastung“ für die angeschlagenen Exporteure zu gewähren. Während Trumps neues Zollregime gegenüber der Europäischen Union in Kraft tritt, spüren Produzenten in ganz Europa bereits die Folgen.

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen arbeitet derweil an einer Erklärung mit Präsident Trump, die die Eckpunkte des gemeinsamen Deals umreißen soll. Allerdings ist die politische Einigung in ihrer jetzigen Form rechtlich nicht bindend.

In einer begleitenden Stellungnahme bezeichnete die Trump-Administration das Handelsdefizit als „eine ungewöhnliche und außergewöhnliche Bedrohung für die nationale Sicherheit und die Wirtschaft der Vereinigten Staaten“.

In sechs Tagen treten umfangreiche Strafzölle auf mehr als 60 Länder in Kraft, wobei die härtesten Maßnahmen gegen Staaten gerichtet sind, denen das Weiße Haus unausgeglichene Handelsbeziehungen oder mangelnde Zugeständnisse in den Verhandlungen vorwirft.

Am stärksten betroffen scheinen Syrien, Laos und Myanmar zu sein, deren Waren mit Abgaben von rund 40 bis 41 Prozent belegt werden.

(sma,jl)