Handelsstreit: EU kontert „ungerechtfertigte“ US-Strafzölle

Die Europäische Kommission hat am Mittwochmorgen Gegenmaßnahmen für US-Importe in die EU angekündigt. Damit reagiert die EU auf die Einführung neuer „ungerechtfertigter“ und „schädlicher“ US-Zölle auf europäische Stahl- und Aluminiumimporte.

EU President Ursula von der Leyen in Brussels
„Die Europäische Union muss handeln, um Verbraucher und Unternehmen zu schützen. Die Gegenmaßnahmen, die wir heute ergreifen, sind stark, aber verhältnismäßig“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einer Erklärung. [Dursun Aydemir/Anadolu via Getty Images]

Die Europäische Kommission hat am Mittwochmorgen Gegenmaßnahmen für US-Importe in die EU angekündigt. Damit reagiert die EU auf die Einführung neuer „ungerechtfertigter“ und „schädlicher“ US-Zölle auf europäische Stahl- und Aluminiumimporte.

Insgesamt könnten die EU-Gegenmaßnahmen für US-Exporte im Wert von bis zu 26 Milliarden Euro gelten – was dem wirtschaftlichen Ausmaß der US-Zölle entspricht.

Die Reaktion der EU wird in zwei Schritten erfolgen:

  1. Auslaufen bestehender Gegenmaßnahmen: Die Aussetzung der Gegenmaßnahmen von 2018 und 2020 gegen die USA läuft am 1. April aus. Diese Maßnahmen zielten auf eine Reihe von US-Produkten ab und waren eine Reaktion auf den wirtschaftlichen Schaden, der den EU-Stahl- und Aluminiumexporten im Wert von acht Milliarden Euro zugefügt wurde.
  2. Neue Gegenmaßnahmen: Als Reaktion auf die jüngsten US-Zölle, die sich auf EU-Exporte im Wert von über 18 Milliarden Euro auswirken, führt die Kommission ein neues Paket von Gegenmaßnahmen für US-Waren ein. Diese werden nach Konsultationen mit den Mitgliedstaaten und Interessengruppen bis Mitte April in Kraft treten.

„Die Europäische Union muss handeln, um Verbraucher und Unternehmen zu schützen. Die Gegenmaßnahmen, die wir heute ergreifen, sind stark, aber verhältnismäßig“, sagte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einer Erklärung.

Die Vereinigten Staaten hatten am Mittwochmorgen Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt, die von der Leyen zutiefst bedauere und erklärte, „Zölle sind Steuern. Sie sind schlecht für die Wirtschaft und noch schlimmer für die Verbraucher. Diese Zölle stören die Lieferketten. Sie bringen Unsicherheit für die Wirtschaft. Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. Die Preise werden steigen. In Europa und in den Vereinigten Staaten.“

„Wir werden immer offen für Verhandlungen bleiben. Wir sind fest davon überzeugt, dass es in einer Welt voller geopolitischer und wirtschaftlicher Unsicherheiten nicht in unserem gemeinsamen Interesse liegt, unsere Volkswirtschaften mit Zöllen zu belasten. Wir sind bereit, einen konstruktiven Dialog zu führen.“