INFOGRAFIK: 700 Millionen zerstörte Kindheiten
Rund 700 Millionen Frauen wurden als Minderjährige verheiratet. Jede Dritte von ihnen ist unter 15 Jahre alt gewesen. Einen Überblick die Situation, Ursachen und Folgen von Kinderehen liefert unsere Infografik.
Rund 700 Millionen Frauen wurden als Minderjährige verheiratet. Jede Dritte von ihnen ist unter 15 Jahre alt gewesen. Einen Überblick die Situation, Ursachen und Folgen von Kinderehen liefert unsere Infografik.
Der traurige Spitzenreiter ist Niger: Dort werden 77 Prozent der Frauen als Minderjährige verheiratet. Nirgendwo anders auf der Welt ist der Anteil der Kinderehen höher. Gefolgt von Bangladesch, Tschad und Mali. Sogar in dem Schwellenland Brasilien gehen mehr als 30 Prozent der Frauen vor dem 18. Lebensjahr eine Ehe ein.
Die Folgen von Kinderheiraten sind Schulabbruch, soziale Ausgrenzung, Komplikationen bei frühen Schwangerschaften, häusliche Gewalt und ein höheres HIV-Risiko.
„Mädchen sind kein Besitz; sie haben das Recht, ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Wenn sie das tun, profitieren alle“, sagt Anthony Lake, Direktor des Kinderhilfswerks UNICEF, am Montag anlässlich des Girl Summits in London. Im Zentrum des Treffens stand der Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und Kinderehen. Nach UNICEF-Angaben sind diesbezügliche Zahlen in den vergangenen drei Jahrzehnten leicht zurückgegangen. Doch noch immer sind 130 Millionen Mädchen und Frauen aus 29 Ländern in Afrika und dem Mittleren Osten Opfer von FGM.
Bei gleichbleibenden Rückgangsraten würden allerdings die Zahlen von Kinderehen aufgrund des Bevölkerungswachstums bis 2050 unverändert bleiben und jene von Genitalverstümmelungen sogar um 63 Millionen steigen, warnt UNICEF. Um diesen Anstieg auszugleichen, müssten raschere Fortschritte erzielt werden.
Foto: dpa