Iran zu Einstellung von Atomprogramm bereit

Iran hat sich bereit erklärt, sein Programm zur Urananreicherung fast vollständig auszusetzen. Es bedarf allerdings noch einer endgültigen Einigung mit der EU, die Teheran im Gegenzug engere Handelsbeziehungen angeboten hat.

Iran hat sich bereit erklärt, sein Programm
zur Urananreicherung fast vollständig auszusetzen.
Es bedarf allerdings noch einer endgültigen Einigung mit
der EU, die Teheran im Gegenzug engere Handelsbeziehungen
angeboten hat.

Nach jahrelangen Verhandlungen mit
Großbritannien, Frankreich und Deutschland hat sich
Teheran bereit erklärt, „fast alle“
Aktivitäten im Rahmen seines Programms zur
Urananreicherung vorläufig auszusetzen, um
mögliche Wirtschaftssanktionen des
UN-Sicherheitsrats abzuwenden. Sowohl die EU als auch die
USA haben hegen bereits seit Jahren den Verdacht, dass es
sich bei dem Programm um einen verdeckten Versuch
handelt, Atomwaffen herzustellen. Iran hat eine
offizielle Bestätigung zur Aussetzung an die
Atombehörde der Vereinten Nationen (IAEA)
geschickt.

Sollten Inspektoren der IAEA die Einstellung
bestätigen können, wird der aus 35 Ländern
bestehende Verwaltungsrat der UN-Atombehörde bei
seinem Treffen am 25.November voraussichtlich davon
absehen, die geplanten Sanktionen gegen den Iran
durchzuführen. Washington scheint indes noch nicht
bereit, Teheran sein volles Vertrauen zu schenken. Die
USA befürchten, dass Teheran lediglich Zeit schinden
will, um sein Atomwaffenprogramm zu Ende zu
führen.

Nach der Einlenkung Teherans haben sich die drei
EU-Länder darauf geeinigt, eine Reihe von Anreizen
für den Iran zu schaffen. Hierbei soll es um eine
engere Zusammenarbeit beim Transfer friedlicher
Atomtechnologie gehen. Verhandlungen sollen Mitte
Dezember eingeleitet werden.   

Unterdessen besteht Teheran auch weiter darauf, dass es
unter dem Atomwaffensperrvertrag dazu berechtigt ist,
Uran zu friedlichen Zwecken anzureichern. „Wir haben
die Aussetzung freiwillig akzeptiert und sie zieht
keinerlei Verpflichtungen für uns nach sich“,
so ein iranischer Regierungsvertreter gegenüber
Reuters.  

Das Urananreicherungsprogramm konvertiert rohes Uran in
Urantetrafluorid. Hierbei handelt es sich um ein
spaltbares Material, das für die Herstellung von
Atomwaffen erforderlich ist.