Island: Wirtschaft wirbt für Wiederaufnahme von Öl-Exploration
Die Exploration im Dreki-Gebiet läuft seit 1985 auf Grundlage eines bilateralen Abkommens mit Norwegen. Bis 2018 gaben jedoch alle Unternehmen ihre Lizenzen zurück, nachdem sie die Vorkommen als wirtschaftlich unrentabel eingestuft hatten.
Die isländische Handelskammer hat die Regierung aufgefordert, die Vergaberunden für Öllizenzen wieder aufzunehmen. Sie argumentiert, mögliche Funde könnten der Volkswirtschaft „außerordentliche Vorteile“ bringen.
In einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht schätzt die Kammer, dass bei einem Fund von sechs bis zwölf Milliarden Barrel Öl im Dreki-Gebiet – einer Offshore-Zone östlich von Island – die Reserven einen Wert von 50 bis 100 Billionen Isländischen Kronen (330 bis 660 Milliarden Euro) haben könnten.
Laut Bericht entspräche dies Steuereinnahmen von 51 bis 102 Millionen ISK (340.000 bis 680.000 Euro) pro Bürger.
Die Handelskammer betont zudem, der isländische Staat gehe keinerlei fiskalisches Risiko ein, da Lizenzgebühren und Explorationsabgaben Einnahmen auch dann generierten, wenn kein Öl gefunden werde.
Hervorgehoben werden außerdem potenzielle ökologische Vorteile: Die Förderung im Dreki-Gebiet könnte aufgrund der geologischen Struktur – vergleichbar mit den Bedingungen in Norwegen – zu den weltweit kohlenstoffeffizientesten zählen. Die bei der Erkundung erhobenen Daten könnten zudem die wissenschaftliche Forschung unterstützen.
Die Exploration im Dreki-Gebiet läuft seit 1985 auf Grundlage eines bilateralen Abkommens mit Norwegen. Bis 2018 gaben jedoch alle Unternehmen ihre Lizenzen zurück, nachdem sie die Vorkommen als wirtschaftlich unrentabel eingestuft hatten.
Umwelt- und Energieminister Jóhann Páll Jóhannsson erklärte zu Jahresbeginn, die Regierung habe keine Pläne für neue Vergaberunden. Islands Zukunft liege in den erneuerbaren Energien, nicht bei fossilen Brennstoffen.
Laut einer aktuellen Gallup-Umfrage sprechen sich jedoch knapp 46 Prozent der Isländer für Ölbohrungen aus.
(rh, jl)