Italien warnt vor Folgen der deutschen und französischen Wirtschaftsflaute

Italien sieht sich durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands und Frankreichs bedroht und betont die Bedeutung von Maßnahmen zur Stärkung der heimischen Industrie. Außenminister Antonio Tajani warnte vor einem Spillover-Effekt und forderte ein unternehmensfreundliches Umfeld.

EURACTIV.it
Italian Daily Politics 2024
„Wir können uns nicht über die Schwierigkeiten dieser beiden Staaten freuen“, sagte Tajani (Bild). [[Stefano Guidi/Getty Images]]

Italien sieht sich durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands und Frankreichs bedroht und betont die Bedeutung von Maßnahmen zur Stärkung der heimischen Industrie. Außenminister Antonio Tajani warnte vor einem Spillover-Effekt und forderte ein unternehmensfreundliches Umfeld.

Auf der Nationalen Exportkonferenz in Mailand erklärte Tajani (Forza Italia/EVP) am Mittwoch (18. Dezember): „Wir können uns nicht über die Schwierigkeiten dieser beiden Staaten freuen.“ Er verwies dabei auf die „außergewöhnlichen Wirtschaftsbeziehungen“ Italiens zu Deutschland und Frankreich.

„Wenn es dort schlecht läuft, wird es auch in Italien nicht gut laufen“, fügte er hinzu. Gleichzeitig wies er auf den unvermeidlichen Spillover-Effekt für Italien hin, sollten beide Volkswirtschaften ihre Abwärtsspirale fortsetzen.

Tajani betonte, wie wichtig Maßnahmen zur „Stärkung des Industriesystems“ in Italien seien, um diese Risiken zu mindern.

Dabei handle es sich jedoch nicht um staatliche Eingriffe, sondern um die Schaffung eines Umfelds, das italienischen Unternehmen Wachstum ermögliche. Klare Vorschriften und Anreize für Innovationen seien hierbei entscheidend.

Die engen Beziehungen zwischen Italien, Deutschland und Frankreich spiegeln die wirtschaftliche Interdependenz der drei größten Volkswirtschaften der EU wider, die zugleich die einzigen EU-Mitglieder in der G7 sind.

Gemeinsam bilden sie eine wichtige Handelsachse innerhalb der Union, insbesondere in Schlüsselsektoren wie der Automobil- und Elektronikindustrie.

In Bezug auf die sich wandelnde politische Landschaft in Deutschland zeigte sich Tajani zuversichtlich, dass die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) „niemals das Land regieren wird“.

„Ich bin überzeugt, dass die CDU-CSU erfolgreich sein wird, und wir werden sehen, ob sie ein Bündnis mit den Grünen oder den Sozialdemokraten eingehen werden. Wichtig ist, dass wir wieder eine starke Partei haben“, sagte er.

Tajani erneuerte zudem seine Unterstützung für die CDU-CSU, die er als Teil seiner eigenen politischen Familie, der Europäischen Volkspartei (EVP), bezeichnete, und wünschte ihr Erfolg für die zukünftige politische Ausrichtung Deutschlands.

[Bearbeitet von Jeremias Lin]