Italien will Minen bis Jahresende wieder öffnen

Italien plant die Wiedereröffnung von Minen, die vor 30 Jahren geschlossen wurden, um dem Mangel an kritischen Rohstoffen in der Europäischen Union zu begegnen. Das kündigte der italienische Minister für "Made in Italy", Adolfo Urso, am Donnerstag an.

EURACTIV.it
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Urso beabsichtigt, bis Ende des Jahres mehrere Minen in Italien wieder zu öffnen. [Shutterstock/SvedOliver]

Italien plant die Wiedereröffnung von Minen, die vor 30 Jahren geschlossen wurden, um dem Mangel an kritischen Rohstoffen in der Europäischen Union zu begegnen. Das kündigte der italienische Minister für „Made in Italy“, Adolfo Urso, am Donnerstag an.

Rohstoffe wie Kobalt, Beryllium und Graphit sind unverzichtbar in wichtigen Bereichen wie erneuerbare Energien, Digitaltechnik, Raumfahrt und Verteidigung sowie Gesundheit. Aktuell ist Europa hier jedoch fast ausschließlich von Importen abhängig, vor allem aus China, das 97 Prozent des Bedarfs deckt.

„Die Risiken, denen wir ausgesetzt sind, liegen auf der Hand“, sagte Urso bei einer Anhörung vor dem Industrieausschuss des Senats. Kritische Rohstoffe würden immer wichtiger, da sie für die Entwicklung und Verbreitung von Technologien benötigt würden, die zur Erreichung der Klimaziele beitragen.

Italien verfügt über 16 der 34 kritischen Rohstoffe, die die EU laut einem im März vorgestellten Vorschlag der Europäischen Kommission abbauen, verarbeiten und recyceln will. Allerdings wurden die Minen für deren Gewinnung vor etwa 30 Jahren geschlossen.

Aktuell kämen die meisten dieser Rohstoffe aus China, wo sie verarbeitet würden, nachdem sie in Ländern wie dem Kongo abgebaut wurden, so Urso. Dort werde Kobalt „unter der Bedrohung durch die Maschinengewehre von Söldnern“ abgebaut.

Recycling sei nützlich, um dem Mangel an kritischen Rohstoffen zu begegnen, reiche aber nicht aus, um das Problem zu lösen.

Um Italien unabhängig und attraktiv für Investitionen zu machen, soll Anfang August ein Dokument veröffentlicht werden, das eine Strategie für den Sektor aufzeigt. Ursos Ziel ist es, mit den großen Mikroelektronikherstellern wie Taiwan, Südkorea und den USA zu konkurrieren.

Um dies zu erreichen, fordert der Minister auch „handelspolitische Einschränkungen.“

„Es kann doch nicht sein, dass diejenigen, die diese Produkte herstellen, sich nicht an die gleichen Umwelt- und Sozialstandards halten müssen, die wir in Europa zu Recht einfordern und jeden Tag erhöhen. Sie können diese Produkte dann zu Dumpingpreisen auf den europäischen Kontinent exportieren. Dagegen müssen wir etwas unternehmen“, betonte er.

Am 30. Oktober findet in Rom eine Veranstaltung zum Thema digitale Technologie statt, bei der Minister aus Italien, Frankreich und Deutschland zusammenkommen werden, um über das Thema zu diskutieren und eine gemeinsame Strategie zu entwickeln.