Italien will mit Erneuerbaren zum Energie-Umschlagplatz werden
Die italienische Regierung investiert neben Gas und Flüssiggas auch in erneuerbare Energie, um bei der Energieversorgung unabhängig zu werden. Ziel ist es gleichzeitig, das Land zu einem Umschlagplatz für Energie in Europa zu machen.
Die italienische Regierung investiert neben Gas und Flüssiggas auch in erneuerbare Energie, um bei der Energieversorgung unabhängig zu werden. Ziel ist es gleichzeitig, das Land zu einem Umschlagplatz für Energie in Europa zu machen.
Um die europäischen Klimaziele von null Netto-Emissionen bis 2050 zu erreichen und unabhängig von ausländischem, insbesondere russischem Gas zu werden, muss Italien seine erneuerbaren Energien enorm ausbauen.
Neben dem eigenen Energiebedarf strebt die italienische Regierung danach, eine Energiezentrum für Europa zu werden und somit Energie in andere Mitgliedsstaaten und darüber hinaus zu exportieren.
Ministerpräsidentin Giorgia Meloni von der Rechtsaußen-Partei Brüder Italiens hatte den Wähler:innen vor den Parlamentswahlen am 25. September versprochen, sie wolle Italien, insbesondere den Süden, zu einem „Energiezentrum Europas“ machen, indem sie in „strukturelle Lösungen“ investiere, um in erster Linie vollständige Energieunabhängigkeit zu erreichen.
„Mit ein wenig Intelligenz und gut angelegten Ressourcen könnten wir den Süden zum Energieversorgungszentrum Europas machen“, sagte sie damals. Dabei gehe es sowohl um Gasleitungen als auch um erneuerbare Energien.
„Nächstes Jahr wird es einen Aufschwung bei den erneuerbaren Energien geben“, sagte Gianni Silvestrini, wissenschaftlicher Direktor des Kyoto Clubs, am Dienstag (29. November) gegenüber EURACTIV Italien.
„Schon dieses Jahr werden wir etwa 3000 Megawatt mehr haben; die Ergebnisse kommen schon“, so Silvestrini. „Wir müssen zwischen 7000 und 8000 Megawatt an sauberer Energie pro Jahr produzieren.“
Anfang Oktober hatte die italienische Regierung die Umweltverträglichkeit von acht Projekten für Kraftwerke mit einer Kapazität von 314 Megawatt bescheinigt, die mit erneuerbaren Energiequellen betrieben werden sollen.
Viele weitere Projekte stehen kurz vor der Genehmigung, sowohl für Solarenergie, die laut Silvestrini in Italien eine Priorität darstellt, als auch für Windenergie und Geothermie.
„Dank der neuen Technologien gibt es heute innovative Lösungen, die den Übergang zu erneuerbaren Energien erleichtern werden“, erklärte er.
Von 2014 bis 2021 lag der Anteil der erneuerbaren Energien in Italien bei rund 38 Prozent. Aufgrund der Dürre und des daraus resultierenden Einbruchs der Stromerzeugung aus Wasserkraft dürfte der Anteil in diesem Jahr sinken.
In den kommenden Jahren dürfte er jedoch aus Sicht Silvestrinis „exponentiell ansteigen“, wenn der von der Regierung Draghi eingeleitete und nun von der Regierung Meloni verfolgte Fahrplan berücksichtigt werde.
Innerhalb des nächsten Jahrzehnts werde Italien über eine große Produktion an sauberer Energie verfügen, so der Forscher.
„Dann wird es notwendig sein, mit anderen europäischen Ländern Energie auszutauschen“, erklärte er. So werde Italien je nach Jahreszeit und der daraus resultierenden Menge an produzierter Energie in der Lage sein, je nach Bedarf zu exportieren oder zu importieren.