Italienische Gewerkschaften rufen Generalstreik wegen Gaza-Flottille aus

Die Drohung erfolgt nur zwei Wochen nach einem landesweiten Streik, der eine halbe Million Menschen auf die Straße brachte, den Zugverkehr lahmlegte und zu Auseinandersetzungen mit der Polizei führte.

EURACTIV.it
[Photo by Riccardo De Luca/Anadolu via Getty Images]

ROM – Italienische Gewerkschaften haben für Freitag einen Generalstreik ausgerufen, aus Solidarität mit der internationalen Hilfsflottille für Gaza, der „Global Sumud Flotilla“, die in der Nacht von israelischen Behörden abgefangen wurde.

Bereits am Mittwoch hatte Maurizio Landini, Vorsitzender der CGIL – der größten italienischen Gewerkschaft – gewarnt, ein solches Vorgehen käme einem „Kriegsakt“ gleich. Er kündigte an, die Gewerkschaften seien bereit, sofort zu mobilisieren, falls die Flottille gestoppt, Teilnehmer festgenommen oder Schiffe beschlagnahmt würden.

Die Drohung erfolgt nur zwei Wochen nach einem landesweiten Streik, der eine halbe Million Menschen auf die Straße brachte, den Zugverkehr lahmlegte und zu Auseinandersetzungen mit der Polizei führte.

Vizepremier Matteo Salvini warf „CGIL und linksextremen Kräften“ vor, Italien ins „Chaos“ stürzen zu wollen. Regierungschefin Giorgia Meloni rief am Rande des informellen EU-Gipfels in Kopenhagen zur Zurückhaltung auf. Zwar müsse die Linderung der palästinensischen Notlage Priorität haben, doch hätten die Organisatoren der Flottille „möglicherweise andere Ziele“.

Rom und Athen richteten unterdessen einen gemeinsamen Appell an Israel, die Sicherheit der Flottille zu gewährleisten, und schlugen vor, die Hilfsgüter über das Lateinische Patriarchat von Jerusalem zu leiten.

(jl)