Kann der Aktionsplan für mehr Energieeffizienz den Verbrauch senken? [DE]
Der Aktionsplan für mehr Energieeffizienz, der am 19. Oktober 2006 angenommen werden soll, sieht über 75 unterschiedliche Maßnahmen vor, die den Energieverbrauch in der EU bis 2020 um 20% reduzieren sollen. Mehrere Energieexperten geben jedoch zu bedenken, dass größere Effizienz nicht automatisch zu geringerem Verbrauch führt.
Der Aktionsplan für mehr Energieeffizienz, der am 19. Oktober 2006 angenommen werden soll, sieht über 75 unterschiedliche Maßnahmen vor, die den Energieverbrauch in der EU bis 2020 um 20% reduzieren sollen. Mehrere Energieexperten geben jedoch zu bedenken, dass größere Effizienz nicht automatisch zu geringerem Verbrauch führt.
Obwohl Energieeffizienz in letzter Zeit mehr Aufmerksamkeit gewidmet wurde, bestehen weiterhin Zweifel an der Effektivität bestimmter Politiken.
Einige Energieökonomen stellen in Frage, ob Maßnahmen zur gesteigerten Energieeffizienz im makroökonomischen Maßstab zu Energieeinsparungen führen. Aufbauend auf der Theorie von Stanley Jevons, der im 19. Jahrhundert ein anerkannter Ökonom war, blicken sie auf den „Rebound-Effekt“ (Rückschlag-Effekt) von effizienzsteigernden Energiepolitiken. Dieser Effekt tritt ein, wenn die Einsparungen durch höheren Konsum der Verbraucher zunichte gemacht werden. Ein Beispiel: Eine Familie, die im Laufe eines Jahres große Einsparungen durch die gesteigerte Energieeffizienz gemacht hat, entscheidet sich am Ende des Jahres dafür, ein neues Auto zu kaufen. Aus einer makroökonomischen Perspektive ist daher fraglich, ob diese Maßnahmen dazu beigetragen haben, den Energieverbrauch zu senken.
Ein Bericht des Wissenschafts- und Technologieausschusses des britischen House of Lords aus dem Jahr 2005, der als Folge des Grünbuches in Auftrag gegeben wurde, weist auf diesen Effekt hin. In akademischen Kreisen nennt man dieses Phänomen auch das „Khazzoom-Brookes-Postulat“.