Kleinunternehmen fürchten 'W-förmige' Rezession [DE]
Regierungen in ganz Europa müssen nach Andrea Benassi, Generalsekretär von UEAPME, Lobbygruppe für kleine Unternehmen, mehr unternehmen, um Zahlungsverzögerungen und Zugang zu Krediten anzugehen. Er sagte, KMU fürchten eine W-förmige Rezession, da Haushaltsdefizite steigen und nervöse Konsumenten eher sparen als Geld ausgeben.
Regierungen in ganz Europa müssen nach Andrea Benassi, Generalsekretär von UEAPME, Lobbygruppe für kleine Unternehmen, mehr unternehmen, um Zahlungsverzögerungen und Zugang zu Krediten anzugehen. Er sagte, KMU fürchten eine W-förmige Rezession, da Haushaltsdefizite steigen und nervöse Konsumenten eher sparen als Geld ausgeben.
Laut Benassi haben Arbeitslosigkeit und der drohende weitere Arbeitsplatzabbau zu einer verminderten Kaufkraft in der EU geführt und das Gefühl von Arbeitsplatzsicherheit, das viele Arbeitnehmer vor der Krise hatten, empfindlich verletzt.
Das Vertrauen in die Wirtschaft habe 2009 ebenfalls einen Rekord-Tiefstand erreicht und der Ausblick für 2010 sei düster, wenn EU-Mitgliedstaaten sich nicht stärker bemühten, kleinen Unternehmen durch Bankdarlehen und pünktliche Zahlungen verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten zukommen zu lassen.
„Vor diesem Hintergrund glaube ich, dass 2010 ein alles entscheidendes Jahr sein wird. Es ist noch zu früh um darüber zu urteilen, ob die Krise wirklich vorbei ist oder nicht – ich selber tendiere eher zu Letzterem –, aber was mir deutlich erscheint, ist, dass kleine Firmen nicht im Stich gelassen werden dürfen. Öffentliche Unterstützung ist zu diesem Zeitpunkt unbedingt notwendig“, sagte er.
Benassi kritisiert die Wirtschaftsminister für ihr Widerstreben, Elemente des Small Business Act (SBA) umzusetzen, das vor mehr als 12 Monaten angenommen wurde.
Am Mittwoch (15. Dezember) wird die Europäische Kommission ihre Einschätzung über die Fortschritte bei der Umsetzung des SBA veröffentlichen. Es wird erwartet, dass der Bericht ein gemischtes Bild über die nationalen Bemühungen abgeben wird.
„Ich bin über das mangelnde Gefühl der Eigenverantwortung für den SBA-Prozess auf der Seite der Mitgliedstaaten enttäuscht. Einige haben sich die besten Teile des Pakets herausgepflückt, aber sehr wenige verfügen über eine zusammenhängende und umfassende Strategie zur Umsetzung des Small Business Act in ihren Ländern“, sagte er.
Trotz dieser Einschätzung kann Benassi ebenfalls eine Reihe von Beispielen nennen, wo Regierungen mit positivem Beispiel vorangegangen sind. Er lobt auch die Rolle der Europäischen Investitionsbank bei der Bereitstellung von Finanzierungsmöglichkeiten für KMU zu einem Zeitpunkt, da Banken davor zurückschrecken, jungen Unternehmen Geld zu leihen.
Jedoch ist Benassis Einschätzung nicht nur rosig. Er sagt, dass Unternehmen darum kämpfen, rechtzeitig bezahlt zu werden, und er möchte, dass alle Unternehmen ihre Rechnungen innerhalb von 60 Tagen begleichen.
„Ich verstehe, dass einige bei einem solchen Schritt zögerlich sind, da er gegen das Prinzip der Vertragsfreiheit zu verstoßen scheint. Aber wollen wir mal ehrlich sein: Vertragsfreiheit ist bei dieser Art der Transaktion ein Märchen, weil KMU oft keine andere Wahl haben, als die Zahlungsbedingungen ihres stärkeren Gegenübers zu akzeptieren“, sagte er.
Benassi sprach mit Gary Finnegan.