Kommissarin Gabriel bei G20-Ministertreffen zu Digitalwirtschaft
Die EU-Kommissarin für Digitales, Mariya Gabriel, nimmt derzeit in Argentinien am Ministertreffen der G20 teil. Es geht um Geschlechtergerechtigkeit in der High-Tech-Industrie.
Die für die digitale Agenda zuständige EU-Kommissarin Mariya Gabriel nimmt derzeit (23./24. August) am G20-Ministertreffen im argentinischen Salta teil, um die EU-Gleichstellungsagenda in digitalen Angelegenheiten voranzubringen.
Die Gleichstellung der Frauen in digitalen Bereich ist und bleibt eines der vorrangigen Themen auf Gabriels Agenda. Projekte wie die Digital4Her-Strategie und die „No Women No Panel“-Kampagne verfolgen das Ziel, mehr Frauen dazu zu ermutigen, leitende Positionen im digitalem Bereich anzunehmen.
Eine Anfang dieses Jahres von der Kommission veröffentlichte Studie zeigt, dass Frauen nur 21,5 Prozent der Arbeitsplätze im High-Tech-Sektor besetzten und dass viermal mehr Männer in Europa im IT-Bereich akademisch qualifiziert sind. Das ist teuer: Berechnungen der Studie zufolge liegen die Kosten für das jährliche Defizit bei der Arbeitsproduktivität durch Frauen, die ihren Job im digitalen Bereich aufgeben, bei rund 16,2 Milliarden Euro.
Bei der im Juni 2018 in Brüssel abgehaltene Digital4Her-Tagung sagten viele Vorstandsvorsitzende aus der EU-Digitalwirtschaft zu, die High-Tech Landschaft inklusiver und diverser zu gestalten. Sie unterzeichneten eine Erklärung, in der Unternehmensführer aufgefordert werden, ein inklusives „Business Ecosystem“ für alle zu schaffen.
Gabriel wird mit den G20-Partnern auch über andere Themen diskutieren, beispielsweise die Auswirkungen der Digitalisierung auf die globale Entwicklung, oder elektronische Behördendienste. Das Treffen bietet auch Gelegenheit, um die digitale Wettbewerbsfähigkeit und das Leistungsniveau Europas in einem Bereich darzustellen, der von US-Unternehmen dominiert wird.
Auch die Frage nach einem strengeren regulatorischen Umfeld steht auf der Agenda. Hier ist mit einem Aufruhr der US-Vertreter zu rechnen – insbesondere vor dem Hintergrund der Geldbuße von insgesamt 4,34 Milliarden Euro, die die EU-Kommission jüngst wegen Verstößen gegen kartellrechtliche Vorschriften gegen Google verhängt hat.