Kommission: Erweiterung ist ein wirtschaftlicher Erfolg [DE]

Wirtschaftlich gesehen war die Erweiterung in 2004 sowohl für die neuen als auch die alten Mitgliedstaaten ein „klarer Erfolg“, heißt es in einem am 3. Mai veröffentlichten Bericht der Kommission.

Wirtschaftlich gesehen war die Erweiterung in 2004 sowohl für die neuen als auch die alten Mitgliedstaaten ein „klarer Erfolg“, heißt es in einem am 3. Mai veröffentlichten Bericht der Kommission.

In einer zusammenfassenden Bewertung sagte Erweiterungskommissar Olli Rehn, dass sich die meisten Schreckensszenarien im Vorfeld der Osterweiterung nicht bewahrheitet hätten.  Wirtschafts- und Währungskommissar Joaquin Almunia fügte hinzu, dass die Erweiterung der EU dabei helfe, besser mit der neuen wirtschaftlichen Weltordnung zurechtzukommen.  Gleichzeitig betonten aber beide, dass sich dieser Bericht ausschließlich mit der letzten Erweiterung in 2004 befasst hätte und dass daher keine Schlüsse für zukünftige Erweiterungen gezogen werden dürften. 

Dennoch sagte Dr. Bahadir Kaleagasi vom Verband der Unternehmer und Geschäftsleute in der Türkei (TÜSIAD), dass sie davon ausgehen würden, dass sich der EU-Beitritt der Türkei ebenfalls positiv auswirken würde.  Seit dem offiziellen Beginn der Beitrittsgespräche am 4. Oktober 2004 seien die ausländischen Direktinvestitionen (ADI) auf € 8 Mrd. in 2005 angestiegen.  Er fügte hinzu, dass die Türkei der größte und am schnellsten wachsende Markt in Europa sei. 

Der Kommissionsbericht fasst die Vorbereitungen der 10 neuen Mitgliedstaaten auf die EU-Mitgliedschaft zusammen und untersucht ebenfalls die makroökonomischen Leistungen und Ergebnisse der EU-25 in der Phase vor der Erweiterung.  In einzelnen Kapiteln befasst sich der Bericht mit Handel, Steuern, Einwanderung sowie allgemeinen finanziellen und sozialen Kohäsionsaspekten der Erweiterung. 

Der Bericht kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Die zehn neuen Mitgliedstaaten hatten zwischen 1997 und 2005 ein durchschnittliches wirtschaftliches Wachstum von 3,75 % (das Wachstum der EU-15 betrug durchschnittlich 2,5 %)
  • Die durchschnittliche Arbeitslosenquote der EU-10 liegt bei 13,4 % (7,9 % in den EU-15)
  • Die ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich 2004  insgesamt auf € 191 Mrd. (dies macht ca. 4 % des gesamten Investitionsvolumens der EU-25 aus)