Kommission will Forschung und Innovation vorantreiben
Wenn die Staats- und Regierungschefs der EU heute im bulgarischen Sofia zusammenkommen, will die Kommission neue Vorschläge zur Förderung von Forschung und Entwicklung vorlegen.
Wenn die Staats- und Regierungschefs der EU heute im bulgarischen Sofia zusammenkommen, will die Kommission neue Vorschläge zur Förderung von Forschung und Entwicklung vorlegen.
Das teilte die Brüsseler Behörde am Mittwochmorgen mit. Investitionen in Forschung seien Investitionen in die Zukunft. Außerdem dienten sie der Verbesserung des täglichen Leben von Millionen von Menschen in Europa und weltweit, indem sie zur Lösung einiger unserer wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen beitrügen, begründete die Kommission den Vorstoß. Angestrebt werde eine „erneuerte Europäische Agenda für Forschung und Innovation„.
Ohnehin wollten die Staats- und Regierungschefs heute über zukunftsorientierte Investitionen sprechen, was auf viel Zustimmung seitens der Kommission stieß. Für die neue Agenda schlägt sie unter anderem Maßnahmen vor, die sicherstellen sollen, dass Regulierung und Finanzierung innovationsfreundlich sind. Außerdem wird durch das Paket eine Vorreiterrolle bei „marktschaffenden Innovationen“ angestrebt. Zu diesem Zweck soll ein Europäischer Innovationsrat eingerichtet werden, der eine zentrale Anlaufstelle für „innovative Unternehmen mit Wachstumspotenzial sein soll“.
Darüber hinaus sieht das Paket den Start einer Reihe europäischer Forschungs- und Innovationsaufträge „mit anspruchsvollen, ehrgeizigen Zielen und einem starken europäischen Mehrwert“ vor. Hier könne die Bandbreite von der Bekämpfung von Krebserkrankungen über den sauberen Verkehr bis zu plastikfreien Meeren reichen. Die Aufträge sollen Investitionen und Mitwirkung über Branchen und wissenschaftliche Disziplinen hinweg fördern, um Herausforderungen gemeinsam bewältigen zu können. Sie sollten Synergien mit Forschungs- und Innovationsstrategien auf Ebene der Mitgliedstaaten sowie auf regionaler und lokaler Ebene hervorbringen.
„Europa verfügt über eine Forschung von Weltrang und eine starke industrielle Basis. Wir müssen uns jedoch noch mehr – viel mehr – anstrengen, damit diese exzellenten Grundlagen Erfolge bringen. Neue Megatrends wie die künstliche Intelligenz und die Kreislaufwirtschaft werden tief greifende Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft bewirken. Wir müssen schnell handeln, um an der Spitze der neuen Innovationswelle stehen und den Standard für den globalen Wettbewerb setzen zu können“, erklärte der für Arbeitsplätze zuständige EU-Kommissar Jyrki Katainen.
Forschungs-Kommissar Carlos Muedas ergänzte: „Angesichts des zunehmenden internationalen Wettbewerbs muss Europa dringend in den Bereichen Forschung und Innovation handeln. Die vorgeschlagenen 100 Mrd. EUR für das nächste EU-Forschungs- und Innovationsprogramm der EU würden für einen starken Impuls sorgen. Europa muss jedoch auch die Förderung bahnbrechender Innovationen durch die Einrichtung eines neuen Europäischen Innovationsrats reformieren und durch ein auftragsorientiertes Konzept für Forschung und Innovation mit den Bürgerinnen und Bürgern wieder in Verbindung treten.“ Man müsse die Rechtsvorschriften zukunftssicher machen und verstärkt für private Investitionen, insbesondere im Bereich Risikokapital, sorgen.
Das Thema Innovation dürfte auch beim Westbalkan-Gipfel eine wichtige Rolle spielen, anlässlich dessen sich die Staats- und Regierungschefs heute und morgen auch formell in Sofia aufhalten. Zentraler Tagesordnungspunkt des Treffens mit den Regierungschefs von sechs Ländern des westlichen Balkans ist die „Konnektivität“
„Wir wollen die Verbindungen zu und innerhalb dieser Region verstärken. Das reicht von mehr Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur über einen vermehrten Bildungs- und Kulturaustausch bis hin zu einer einfacheren und schnelleren Kommunikation zwischen unseren Bürgerinnen und Bürgern. Bei dem Treffen soll auch eine engere Zusammenarbeit in Bereichen von gemeinsamem Interesse, wie etwa Sicherheit und Migration, in die Wege geleitet werden,“ verlautbarte Ratspräsident Donald Tusk im Vorfeld.