Kommission will Microsoft zur Freigabe von Informationen über Bing und KI "zwingen"
Die EU-Kommission will Microsoft "zwingen", Informationen über die Risiken generativer künstlicher Intelligenz (KI) in seiner Suchmaschine Bing bereitzustellen, heißt es in einer Kommissionserklärung vom Freitag (17. Mai). Dem Unternehmen wird auch mit Geldstrafen gedroht.
Die EU-Kommission will Microsoft „zwingen“, Informationen über die Risiken generativer künstlicher Intelligenz (KI) in seiner Suchmaschine Bing bereitzustellen, heißt es in einer Kommissionserklärung vom Freitag (17. Mai). Dem Unternehmen wird auch mit Geldstrafen gedroht.
Die Kommission vermutet, dass die generativen KI-Anwendungen von Bing, insbesondere „Copilot in Bing“ und „Image Creator by Designer“, gegen das Gesetz über digitale Dienste verstoßen. Dieses Gesetz ist wegweisend für die Moderation von Online-Inhalten in der EU.
Wenn Microsoft die Informationen nicht bis zum 27. Mai vorlegt, kann die Kommission eine Geldstrafe von bis zu einem Prozent der gesamten Jahreseinnahmen des Unternehmens verhängen, heißt es in der Erklärung. Der Umsatz von Microsoft im Jahr 2023 betrug 211 Milliarden Dollar (194 Milliarden Euro).
Die Kommission hatte Microsoft bereits im März aufgefordert, Informationen über die Nutzung von gezielter Werbung und generativer KI zu liefern. Dies galt auch für Google Search, Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok, YouTube und X.
Ein Microsoft-Sprecher teilte Euractiv mit, dass das Unternehmen „im Rahmen des freiwilligen Auskunftsersuchens“ mit der Kommission „uneingeschränkt kooperiert“ habe.
Es bleibe „entschlossen“, auf Fragen zu antworten und „mehr über unseren Ansatz zur digitalen Sicherheit und die Einhaltung des Gesetzes über digitale Dienste mitzuteilen.“
Die Anfrage vom Freitag umfasste auch interne Dokumente und Daten, die in der vorherigen Antwort von Microsoft nicht offengelegt wurden, erklärte die Kommission.
Die neue Anfrage „basiert auf dem Verdacht, dass Bing gegen das Gesetz über digitale Dienste verstoßen haben könnte, und zwar im Hinblick auf Risiken, die mit generativer KI verbunden sind.
Dazu gehören sogenannte ‚Halluzinationen‘, die virale Verbreitung von Deepfakes, sowie die automatische Manipulation von Diensten, die Wähler in die Irre führen können“, heißt es in der Erklärung.
Die Kommission ist besonders besorgt über den Einsatz generativer KI zur Beeinflussung von Wählern im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament am 6. bis 9. Juni.
Am 26. März veröffentlichte die Kommission eine Reihe von Leitlinien dazu, wie große Technologieplattformen die Risiken für Wahlen, einschließlich derer durch generative KI, abmildern können.
Bing wurde zusammen mit anderen großen Technologieplattformen im Rahmen des Gesetzes als sehr große Online-Suchmaschine eingestuft. Das bedeutet, dass sie strenge Regeln für den Umgang mit illegalen und potenziell schädlichen Online-Inhalten einhalten muss.
Erst einen Tag zuvor hatte die Kommission eine weitere Untersuchung möglicher Verstöße gegen das Gesetz über digitale Dienste durch Meta, die Muttergesellschaft von Facebook und Instagram, angekündigt.
[Bearbeitet von Zoran Radosavljevic]