Kriegsverbrecher Mladic scheitert mit Berufung und geht lebenslang in Haft

Ratko Mladić ist am Dienstag mit seiner Berufung in Den Haag gescheitert. Der Ex-Kommandeur ist somit rechtskräftig wegen Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt worden.

EURACTIV.hr / EURACTIV.rs
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Mladic ist unter anderem verantwortlich für den Genozid an muslimischen Bosniaken in Srebrenica. [<a href="https://www.shutterstock.com/de/image-photo/srebrenica-bosnia-herzegovina-july-10-2015-372324583" target="_blank" rel="noopener">Giovanni Vale / Shutterstock</a>]

Ratko Mladić ist am Dienstag mit der Berufung gegen seine Verurteilung vor dem Internationalen Residualmechanismus für die Ad-hoc-Strafgerichtshöfe (MICT) in Den Haag gescheitert.

Der Ex-Kommandeur der Armee der Republika Srpska ist somit endgültig wegen Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an muslimischen Bosniaken und an Kroaten während des Kriegs in Bosnien-Herzegowina (1992-1995) verurteilt.

Die Entscheidung wurde allerdings nicht überall mit Wohlwollen aufgenommen: Der serbische Vorsitzende der dreigliedrigen Präsidentschaft von Bosnien-Herzegowina, Milorad Dodik, sagte, das Urteil des internationalen Gerichtshofs sei ein weiterer Beweis dafür, dass das Den Haager Tribunal „selektive Justiz“ betreibe und damit Misstrauen unter den einzelnen Völkern in Bosnien und Herzegowina schüre.

Serbische Boulevardzeitungen nannten Mladić einen „Helden“ und platzierten riesige Fotos des ehemaligen Kommandanten auf ihren Titelseiten. Das berüchtigte Boulevardblatt Informer war sich sicher, Mladić sei „für immer ein serbischer Held“.

Im Gegensatz dazu betonte das bosniakische Mitglied der BiH-Präsidentschaft, Šefik Džaferović, Mladić werde immer ein Synonym für Kriegsverbrechen sein – „und für nichts anderes“.

Wichtig sei, „dass die Verbrechen, die er begangen hat, nun als das bezeichnet werden, was sie wirklich waren.“ Džaferović weiter: „Die Arbeit des Haager Tribunals hat unschätzbare historische Bedeutung, um Gerechtigkeit und Wahrheit zu erreichen. Ohne diese kann es keinen Frieden in der Region geben.“

Auch die kroatische Regierung in Zagreb reagierte mit Genugtuung auf das Urteil und erklärte in einer Pressemitteilung, man halte die „härteste Strafe in Form von lebenslänglicher Haft für Ratko Mladić“ für „angemessen“.

Allerdings sei man enttäuscht, dass „das endgültige Urteil die Beteiligung der [damals] höchsten Beamten der Republik Serbien an einem gemeinsamen kriminellen Unterfangen – das zur Begehung schwerster Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht führte – nicht bestätigt hat.“

Unterdessen kritisierte der russische Gesandte bei der UNO, das endgültige Mladić-Urteil sei die Fortsetzung eines „politisierten Ansatzes“ in Bezug auf Ex-Jugoslawien.