Kroatiens Ex-Premier warnt vor Einführung des Euro
Kroatien hätte es nicht überstürzen sollen, der Eurozone ab dem 1. Januar 2023 beizutreten, die mit steigenden Preisen und sinkendem Lebensstandard sehr hart zu werden verspricht, warnte die ehemalige Premierministerin Jadranka Kosor.
Kroatien hätte es nicht überstürzen sollen, der Eurozone ab dem 1. Januar 2023 beizutreten, da dies mit steigenden Preisen und sinkendem Lebensstandard sehr hart zu werden verspricht, warnte die ehemalige Premierministerin Jadranka Kosor.
„Mit der Unterzeichnung des EU-Beitrittsvertrags haben wir uns bereit erklärt, den Euro einzuführen, aber wann und unter welchen Bedingungen, das entscheiden wir selbst“, so Kosor.
„Unter den Bedingungen einer galoppierenden Inflation, die sich nicht verlangsamt, hätten wir innehalten und nachdenken sollen. Der Herbst wird sehr hart sein. Viele von uns kommen kaum noch über die Runden und werden an den Rand der Existenz gedrängt.“
„Und der Beginn des nächsten Jahres könnte für das Leben vieler fatal sein, deshalb wäre es vernünftig, alle Aspekte (der Euro-Einführung) mit führenden Fachleuten in Kroatien zu prüfen. Die Regierung muss bedenken… dass viele Menschen hohe Kredite haben, geringe Gehälter, viele durch das Erdbeben (im Jahr 2020) geschädigt wurden und durch Inflation und Armut finanziell am Ende sind,“ erklärte Kosor in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der Wochenzeitung Nacional.
Kosor sagte, die Einführung der Einheitswährung bringe viele Vorteile mit sich, „aber das bedeutet nicht, dass die Kredite verschwinden werden. Wir sollten vor allem an die Rentner:innen denken.“
„Es ist eine Tatsache, dass eine Reihe von EU-Ländern den Euro noch nicht eingeführt haben, aber das ist nicht der entscheidende Faktor für Wohlstand, Wirtschaft und ein besseres Leben“, so Kosor.
Von den EU-Ländern, die nicht der Eurozone angehören, haben sich Dänemark und Schweden dafür entschieden, ihre nationalen Währungen beizubehalten – Dänemark durch eine Opt-out-Klausel und Schweden durch ein Referendum.
Ungarn, Polen und die Tschechische Republik haben bislang keine Pläne für einen Beitritt, während Bulgarien und Rumänien noch abwarten.