Lissabon-Protokoll: Mitgliedstaaten erreichen Bildungsziele nicht [DE]

Die EU-Mitgliedstaaten bemühen sich nicht ausreichend, um Probleme wie den Schulabbruch in den Griff zu bekommen und um zu lebenslangem Lernen zu ermutigen, und erreichen in Folge nicht die Ziele, auf die sie sich in der Lissabon-Strategie geeinigt haben – die Förderung von Beschäftigung und Wachstum in Europa. Allerdings konnten laut eines Fortschrittsberichts der Kommission für 2007 immerhin mehr Absolventen der Mathematik- und Naturwissenschaften verzeichnet werden.

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Die EU-Mitgliedstaaten bemühen sich nicht ausreichend, um Probleme wie den Schulabbruch in den Griff zu bekommen und um zu lebenslangem Lernen zu ermutigen, und erreichen in Folge nicht die Ziele, auf die sie sich in der Lissabon-Strategie geeinigt haben – die Förderung von Beschäftigung und Wachstum in Europa. Allerdings konnten laut eines Fortschrittsberichts der Kommission für 2007 immerhin mehr Absolventen der Mathematik- und Naturwissenschaften verzeichnet werden.

Laut des Fortschrittsberichts 2007 der Kommission über die Lissabon-Ziele im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung haben sechs Millionen junger Europäer 2006 ihre Ausbildung frühzeitig abgebrochen – trotz eines 2002 festgelegten Ziels, die Negativbilanz auf zwei Millionen zu senken.

Bildung und lebenslanges Lernen wurden als die Kernelemente der EU-Strategie für Wachstum und Beschäftigung – auch bekannt als ‚Lissabon-Agenda’ – festgelegt. Die Kommission erklärte, junge Menschen, welche die Schule mit nur Sekundarstufe I verlassen, hätten in der heutigen Wissensgesellschaft einen Nachteil auf dem Arbeitsmarkt.

Der Bericht hat gezeigt, dass in den neuen Mitgliedstaaten gute Fortschritte verzeichnet werden konnten im Bereich der beiden Bezugsgrößen, die auf die Teilnahme an schulischer Bildung abzielen (Schulabbrecher und Abschluss der Sekundarstufe II). 

In Hinblick auf Schulabbrüche schneiden hier Polen (5,6%), die Tschechische Republik (5,5%) und Slowenien (5,2%) ab. Im Gegensatz dazu wurden in Malta (41,7%) und in Portugal (39,2%) die meisten Schulabbrüche in der EU festgestellt. Bulgarien (18,0%) und Rumänien (19,0%) haben ebenfalls relativ schlecht abgeschnitten.

Weiterhin ist 2006 die Zahl der Europäer im Alter zwischen 25 und 64, die an Aktivitäten im Bereich allgemeine und berufliche Bildung teilnehmen, zurückgegangen. Um die Lissabon-Ziele zu erreichen, müssten laut der Kommission weitere acht Millionen Erwachsene an Maßnahmen für lebenslanges Lernen teilnehmen.

Positiv sei laut Bericht, dass es den Mitgliedstaaten gelungen sei das Ziel für Studenten, die in naturwissenschaftlichen, mathematischen und technischer Fächergruppen abschließen, zu erreichen. Sie haben den Richtwert mit insgesamt 860 000 Absolventen pro Jahr sogar überschritten. Hier zählen Irland, Frankreich und Litauen zu den erfolgreichsten Ländern.

Jedes Jahr bewertet die Kommission den Fortschritt der Mitgliedstaaten in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung in Hinblick auf die Ziele des Lissabon-Protokolls. Es werden 16 Indikatoren verwendet, einschließlich Teilnahme an Vorschulbildung, Zahl der Hochschulabsolventen, Fähigkeiten im Bereich Informations- und Kommunikationstechnologie und Investitionen im Bereich allgemeine und berufliche Bildung, wobei die Mitgliedstaaten sich auf fünf Richtwerte geeinigt haben, die bis 2010 erreicht werden sollen:

  • Nicht mehr als 10% aller Schüler sollten die Schule vorzeitig verlassen (im Alter zwischen 18 und 24); 
  • Ein Rückgang von mindestens 20% des Prozentsatzes von Schülern, deren Lesekompetenz hinter den Erwartungen zurückbleibt; 
  • Mindestens 85% der Jugendlichen sollten den Abschluss der Sekundarstufe II erreichen;
  • Eine Erhöhung der Zahl der Absolventen tertiärer Bildungsgänge in mathematischen, naturwissenschaftlichen und technischen Fächern von 15%, und ein gleichzeitiger Rückgang des Geschlechterungleichgewichts;
  • 12,5% aller Erwachsenen sollten an Maßnahmen zum lebenslangen Lernen teilnehmen.