Litauen äußert Kritik: Minsker Gericht verurteilt entführten Blogger

Der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis hat eine Entscheidung des Minsker Gerichts verurteilt, das den belarussischen Blogger und Aktivisten Raman Pratasewitsch zu acht Jahren Gefängnis verurteilt hat.

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Foreign Ministers‘ of Latvia, Estonia, Lithuania and Poland meeting in Riga
Litauen hat die Verurteilung des entführten belarussischen Bloggers verurteilt. [EPA-EFE/TOMS KALNINS]

Der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis hat eine Entscheidung des Minsker Gerichts verurteilt, das den belarussischen Blogger und Aktivisten Raman Pratasewitsch zu acht Jahren Gefängnis verurteilt hat.

Pratasewitsch wurde 2021 vom Minsker Regime inhaftiert, nachdem das Ryanair-Flugzeug, das von Griechenland nach Litauen flog, zur Umleitung und zur Landung in Minsk gezwungen wurde, nachdem belarussische Beamte fälschlicherweise berichtet hatten, dass eine Explosion drohe.

„Wir verurteilen dies unmissverständlich. […] Die Geschichte ist kompliziert, und wir sind konsequent in unserer Einschätzung, dass er Opfer von Repressionen ist, unabhängig davon, was das Regime gesagt hat oder wozu er gezwungen wurde“, sagte Landsbergis am Mittwoch gegenüber BNS.

Die Strafverfolgungsbehörden beschuldigten den Blogger daraufhin, an der Koordinierung von Massenprotesten gegen das autoritäre Lukaschenko-Regime beteiligt gewesen zu sein und eine Verschwörung zur Machtergreifung zu betreiben.

Europa zeigte seinen Unmut und bezeichnete den Vorfall als „staatliche Piraterie“, wodurch belarussische Fluggesellschaften aus dem europäischen Luftraum verbannt wurden.

„Was geschehen ist, ist in der Tat traurig, aber nicht überraschend, denn dies ist die Art von Regime, das seine Bürger so behandelt und dies schon früher getan hat“, sagte Landsbergis.

Zwei weitere Angeklagte in diesem Fall, Sciapan Pucila und Jan Rudzik, die im Ausland leben, wurden in Abwesenheit vor Gericht gestellt und zu 20 beziehungsweise 19 Jahren Haft verurteilt.

Pratasevich war mit seiner russischen Freundin, Sofia Sapega, von Griechenland nach Litauen geflogen. Sie wurde später wegen Anstiftung zu sozialem Unfrieden und Bedrohung von Strafverfolgungsbehörden angeklagt. Ein belarussisches Gericht verurteilte sie im Mai 2022 zu sechs Jahren Gefängnis.

Nach ihrer Verhaftung im Jahr 2021 veröffentlichten die belarussischen Staatsmedien Videos von Pratasevichs und Sapegas „Geständnissen“. Oppositionsanhänger sagten, sie seien zu den Geständnissen gezwungen worden, da es eine übliche Taktik des Regimes sei, Druck auf Kritiker auszuüben.