Lkw sollen in der EU sicherer und umweltfreundlicher werden

Nach seinem Nein für eine EU-weite Zulassung für extra lange Lastkraftwagen hat das Europaparlament Vorschriften für sicherere und umweltfreundlichere Lkw beschlossen.

Euractiv.de
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Nach seinem Nein für eine EU-weite Zulassung für extra lange Lastkraftwagen hat das Europaparlament Vorschriften für sicherere und umweltfreundlichere Lkw beschlossen.

Der am Dienstag in Straßburg verabschiedeten Richtlinie zufolge soll das Sichtfeld der Fahrer durch stärker abgerundete Führerhäuser vergrößert werden. Dies soll eine bessere Sicht auf besonders schutzbedürftige Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Fußgänger erlauben. Ein windschnittigeres Design soll zudem den Kraftstoffverbrauch und damit den Schadstoffausstoß reduzieren.

Die Vorschriften für das neue Design der Fahrerkabinen werden allerdings erst ab 2020 greifen. Dies hätten die Verkehrsminister der EU-Staaten „auf Druck der Herstellerlobby“ durchgesetzt, bedauerte der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Abgeordneten, Ismail Ertug. Das Parlament hätte sich das verbesserte Fahrzeugdesign im Interesse der Sicherheit und des Komforts für die Fahrer früher gewünscht. „Aber die Herstellerlobby hat ganze Arbeit geleistet – um ihre alten Modelle noch ein paar Jahre länger verkaufen zu können“.

Die FDP-Abgeordnete Gesine Meißner kritisierte die „kompromisslose Ablehnung“ der sogenannten Gigaliner, die bis zu gut 25 Meter lang sein können. Deren EU-weiter Einsatz bleibe damit weiter blockiert. Zwei extra lange Lkw ersetzten aber drei herkömmliche Lastwagen, betonte Meißner. Mit der Ablehnung sei eine Chance verpasst worden, Sprit und Emissionen einzusparen.

Bereits im vergangenen April hatte das Europaparlament Pläne des früheren EU-Verkehrskommissars Siim Kallas ausgebremst, sogenannte Gigaliner in der gesamten EU zuzulassen. Dies wurde mit der Verabschiedung der neuen Richtlinie nun bestätigt. Begründet wird dies unter anderem mit dem großen Gewicht dieser Fahrzeuge, für das viele Straßen in Europa Experten zufolge nicht geeignet sind.

Die Gegner argumentieren, bei einer Zulassung der „Monstertrucks“ müssten Milliarden Euro an Steuergeldern für die Anpassung der Infrastruktur ausgegeben werden. Einige EU-Staaten haben Gigaliner national zugelassen. Grenzen dürfen diese aber nur überqueren, wenn das Nachbarland dem zustimmt.