London geht hart gegen E-Zigaretten bei Jugendlichen vor

Der britische Premier Rishi Sunak will ein Schlupfloch schließen, das es der E-Zigaretten-Industrie ermöglicht, kostenlose Proben an Kinder zu verteilen. Zudem will er gegen Unternehmen vorgehen, die gezielt Jugendliche ansprechen.

Euractiv.com
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Die Zunahme des Vapens unter Teenagern und der jüngste Anstieg der Werbung für diese "billigen, bunten Produkte" zeige, dass die Unternehmen auf Kinder abzielten, was der Grund für das harte Durchgreifen sei, heißt es in einer Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums. [Shutterstock/Daisy Daisy]

Der britische Premier Rishi Sunak will ein Schlupfloch schließen, das es der E-Zigaretten-Industrie ermöglicht, kostenlose Proben an Kinder zu verteilen. Zudem will er gegen Unternehmen vorgehen, die gezielt Jugendliche ansprechen.

Der zunehmende Konsum von E-Zigaretten, sogenannten Vapes, unter Teenagern und der jüngste Anstieg der Werbung für diese „billigen, bunten Produkte“ zeige, dass die Unternehmen auf Kinder abzielten, was der Grund für das harte Durchgreifen sei, heißt es in einer Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums.

„Meine Töchter sind zehn und zwölf  Jahre alt, und ich möchte nicht, dass die Art und Weise, wie Vapes vermarktet, beworben und verkauft werden, für sie attraktiv ist. Deshalb leite ich heute eine neue Aktion ein, um Kinder zu schützen und gegen unseriöse Unternehmen und Online-Gauner vorzugehen, die ihnen Vapes in die Hand drücken“, twitterte Sunak.

Nach Angaben des britischen Gesundheitsdienstes NHS benutzten 2021 neun Prozent der elf- bis 15-jährigen Kinder E-Zigaretten, verglichen mit sechs Prozent im Jahr 2018.

Spanien ist mit einer ähnlichen Situation konfrontiert: Neue E-Zigaretten in Form von Zeichentrickfiguren sorgten dort für Besorgnis. Auch hier versuche die Tabakindustrie zunehmend, jüngere Zielgruppen mit attraktiven Aromen und Designs zu erreichen, warnte Spaniens Nationaler Ausschuss für Rauchprävention.

„Wir werden auch die Regeln für die Verhängung von Bußgeldern an Ort und Stelle gegen Geschäfte überprüfen, die gegen das Gesetz verstoßen, indem sie Vapes an Minderjährige verkaufen, und wir werden prüfen, ob wir den Verkauf von nikotinfreien Vapes an unter 18-Jährige verbieten können – von denen wir wissen, dass sie ein Einstieg in den Konsum von Nikotinprodukten sein können“, sagte der britische Gesundheitsminister Neil O’Brien.

„Darüber hinaus wird unsere neue Spezialeinheit zur Durchsetzung der Vorschriften für illegale Zigaretten auch gegen Online-Shops vorgehen, die illegale Zigaretten an unter 18-Jährige verkaufen“, fügte er hinzu.

Vertreter der Branche begrüßten den Vorstoß der Regierung.

„Das Schlupfloch, das die Abgabe von Gratisproben unabhängig vom Alter der Verbraucher erlaubt, ist eine Lücke, die kein Unternehmen, das etwas auf sich hält, jemals hätte ausnutzen dürfen“, sagte Gillian Golden, Geschäftsführerin der Independent British Vape Trade Association

„Wir begrüßen die Schritte, die die britische Regierung heute zur Bekämpfung des jugendlichen Vapings angekündigt hat“, sagte Joe Murillo, Chief Regulatory Officer von Juul Labs.