Lufthansa-Piloten stimmen weitgehend für Streik um Gehaltserhöhung

Die Pilot:innen des deutschen Flag-Carriers Lufthansa haben am Sonntag (31. Juli) mit einer Mehrheit von 97,6 Prozent für einen Streik gestimmt und drohen damit weitere Störungen während der Hauptreisezeit im Sommer zu bewirken.

EURACTIV.com with Reuters
Warn strike of ground staff of Lufthansa in Frankfurt
Der derzeitige Vertrag lief im April aus, nachdem das Unternehmen eine vorläufige Einigung aus ersten Gesprächen abgelehnt hatte, so Aeropers. [EPA-EFE/RONALD WITTEK]

Die Pilot:innen der Lufthansa haben am Sonntag (31. Juli) mit einer Mehrheit von 97,6 Prozent für einen Streik gestimmt und drohen damit weitere Störungen während der Hauptreisezeit im Sommer zu bewirken.

Vermehrte Streiks und akuter Personalmangel haben bereits zur Streichung von Tausenden von Flügen geführt und stundenlange Warteschlangen an den großen Flughäfen verursacht. Dies kam sehr zu der Enttäuschung von Urlauber:innen, die nach dem coronabedingten Flugverbot endlich verreisen wollten.

Die Abstimmung bedeute nicht zwangsläufig, dass es zu einem Streik kommen werde, aber sie signalisiere dem Arbeitgeber, dass konstruktive Schritte unternommen werden müssten, sagte Marcel Groels, Vorstandsmitglied der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC).

„Hier zeigt man sich weiter gesprächsbereit“, fügte er hinzu.

Ein Sprecher der Lufthansa sagte, man respektiere das Ergebnis der Abstimmung und hoffe auf eine konstruktive Lösung am Verhandlungstisch.

Die Pilotengewerkschaft VC fordert für ihre Pilot:innen eine Gehaltserhöhung von 5,5 Prozent in diesem Jahr und einen automatischen Inflationsausgleich in den Folgejahren.

Darüber hinaus fordert sie eine einheitliche Gehaltsstruktur für alle Mitarbeiter:innen der Fluggesellschaften des Lufthansa-Konzerns, zu denen neben dem Mutterkonzern Lufthansa auch die Billigfluglinie Eurowings gehört.

Der Flugbetrieb der Gesellschaft erlitt bereits vergangenen Mittwoch an einen Streik des Bodenpersonals, durch den mehr als 1.000 Flüge gestrichen werden mussten.

Unabhängig davon lehnten die Pilot:innen der zur Lufthansa angehörigen Swiss International Air Lines (SWISS) einen Vertragsvorschlag mit 80 Prozent der Stimmen ab. Die Gewerkschaft Aeropers erklärte am Sonntag, sie wolle die Verhandlungen mit der Swiss-Geschäftsführung so bald wie möglich wieder aufnehmen.

„Wenn der Vorstand weiterhin die Zeichen der Zeit nicht erkennt und nicht sofort adäquate Lösungen anbietet, dann müssen die Piloten dem Vorstand noch deutlicher zeigen, wie unzufrieden sie sind“, hieß es, ohne näher darauf einzugehen.

Der derzeitige Vertrag lief im April aus, nachdem das Unternehmen eine vorläufige Einigung aus ersten Gesprächen abgelehnt hatte, so Aeropers.