Macron und Mélenchon liegen bei Wählern im Ausland dicht beieinander
Der französische Präsident Emmanuel Macron und der linksradikale Jean-Luc Mélenchon liegen bei Französ:innen im Ausland Kopf an Kopf, wie die bereits am Dienstag veröffentlichten Ergebnisse der Parlamentswahlen für diese Gruppe zeigen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron und der linksradikale Jean-Luc Mélenchon liegen bei Französ:innen im Ausland Kopf an Kopf, wie die bereits am Dienstag veröffentlichten Ergebnisse der Parlamentswahlen für diese Gruppe zeigen.
Die im Ausland lebenden Französ:innen haben eine Woche früher als andere an der ersten Runde der Parlamentswahlen teilgenommen.
Die Ergebnisse zeigen, dass in zehn von elf Wahlkreisen die Kandidat:innen des Linksbündnisses (NUPES) und die Kandidat:innen von Macrons Bündnis Ensemble! am 19. Juni in einer Stichwahl aufeinandertreffen werden.
Das Außenministerium hat ein Internet-Wahlsystem eingerichtet, um die Stimmabgabe für die im Ausland lebenden Französ:innen zu vereinfachen, die oft weit entfernt von Konsulaten und Botschaften wohnen.
Die Wahlbeteiligung der außerhalb Frankreichs lebenden Landsleute lag bei nur 22,5 Prozent der registrierten Wähler:innen. Das ist ein niedriges Ergebnis im Vergleich zur allgemeinen Wahlbeteiligung, aber ein Anstieg im Vergleich zu 2017, als die Quote in dieser Gruppe bei 19 Prozent lag.
Laut den vom Außenministerium mitgeteilten Zahlen haben mehr als drei von vier Wähler:innen über das Internet gewählt, während die anderen es vorzogen, persönlich zur Wahl zu gehen. Nur sehr wenige haben per Post gewählt.
Macron hält knappen Vorsprung
Im Jahr 2017 wurden 10 der 11 Abgeordneten unter den Farben der Präsidentenmehrheit gewählt, aber drei von ihnen wurden ausgeschlossen oder haben die Partei La République en Marche (LREM) seit ihrer Wahl verlassen.
Die im Ausland lebende Bevölkerung gilt allgemein als eher Macron-freundlich. Während Macrons Lager 2017 im ersten Wahlgang in acht von elf Wahlkreisen mehr als die Hälfte der abgegebenen Stimmen erhielt, erreichten seine Kandidaten nur zwischen 24 bis 25 und 39 Prozent der Wählerstimmen.
Trotzdem liegen die Macronist:innen in allen Wahlkreisen bis auf zwei (Maghreb-Westafrika und Iberische Halbinsel) vorn.
Im Wahlkreis der Französ:innen auf der Iberischen Halbinsel schied der LREM-Kandidat und ehemalige Premierminister Manuel Valls in der ersten Runde gegen den linken Kandidaten Renaud Le Berre (Grüne) und den amtierenden LREM-Abgeordneten Stéphane Vojetta aus, der als unabhängiger Kandidat antrat.
Die Partei des Präsidenten hatte ihm erst am Montag ihre Unterstützung zugesagt.
Spannendes Rennen
Im Ausland liegen Macron und Mélenchon mehr oder weniger Kopf an Kopf und spiegeln damit den Trend der Präsidentschaftswahlen wider.
Das Bündnis der Linksparteien für die Parlamentswahlen hat zweifellos zu den Veränderungen in diesen Wahlkreisen beigetragen. Die Kandidat:innen, die den Vorsitzenden der Linksradikalen unterstützen, erhielten je nach Wahlkreis zwischen 20 und 40 Prozent.
Die einzige Ausnahme bei diesen Duellen zwischen der Linken und der Mitte ist der achte Wahlkreis der Auslandsfranzosen (Zypern, Griechenland, Israel, Italien, Malta, San Marino, Palästinensische Gebiete, Türkei, Vatikan), wo eine zweite Runde zwischen Meyer Habib, dem amtierenden und von den Konservativen unterstützten Abgeordneten, und Deborah Abisror-de Lieme, der Mehrheitskandidatin, stattfinden wird. Die beiden Kandidat:innen liegen bei 28,8 beziehungsweise 27,8 Prozent.
In den ausländischen Wahlkreisen hatten Macron und Mélenchon im April 2022 45 beziehungsweise 22 Prozent der abgegebenen Stimmen erhalten, während die rechtsextreme Spitzenkandidatin Marine Le Pen auf 5,3 Prozent kam. Im Gesamtergebnis erhielt Macron 28 Prozent der Stimmen, Le Pen 23 Prozent und Mélenchon 22 Prozent.
Traditionell ist der Anteil der im Ausland lebenden Bürger:innen, die für rechtsextreme Parteien stimmen, sehr gering, was sich in der völligen Abwesenheit des Rassemblement National bei den 11 Stichwahlen am 18. und 19. Juni widerspiegelt.