Maltesische Polizisten nach Entführung und Misshandlung Eingewanderter verhaftet
Zwei maltesische Polizisten wurden verhaftet, weil sie Zuwanderer entführt und angegriffen haben sollen. Der Vorfall hat im Land Sorge über die Vorgehensweise der Polizei gegenüber Ausländer:innen ausgelöst.
Zwei maltesische Polizisten wurden verhaftet, weil sie Zuwanderer entführt und angegriffen haben sollen. Der Vorfall hat im Land Sorge über die Vorgehensweise der Polizei gegenüber Ausländer:innen ausgelöst.
Die beiden Polizisten wurden wegen Verbrechen gegen die Menschenwürde angeklagt, plädieren aber auf „nicht schuldig“. Ein dritter Polizist wird derzeit wegen Brustschmerzen im Krankenhaus behandelt und soll nach seiner Entlassung angeklagt werden.
„Wir werden derartige Vorfälle und unrechtmäßige Gewalt niemals dulden. Die Tatsache, dass wir ein System für anonyme Meldungen eingeführt haben, hat dazu beigetragen, dass dieser Fall aufgedeckt werden konnte“, so eine hochrangige Polizeiquelle gegenüber der Times of Malta.
„Das Polizeikorps wird keine derartigen Vorfälle unter seinen Mitgliedern dulden, von denen die meisten ihre Pflicht mit Ehre erfüllen“, fügte die Quelle hinzu.
Am Freitag reichten einige Polizisten Beschwerden über Kollegen bei der internen Beschwerdestelle ein. Sie gaben an, die Polizisten hätten die Zuwanderer, bei denen es sich um people of colour handelt, aus rassistischen Motiven entführt, nach Qormi gebracht und dort verprügelt.
Die Vorfälle ereigneten sich Berichten zufolge bei mindestens drei verschiedenen Gelegenheiten.
Die jüngsten Vorfälle sind kein Einzelfall. Im Jahr 2019 waren zwei maltesische Soldaten wegen Mordes an einem Zuwanderer von der Elfenbeinküste angeklagt worden.
Sie wurden wegen Anstiftung zu rassistischem Hass und rassistisch motivierten Mordes angeklagt, was mit lebenslanger Haft bestraft werden kann.
Das Opfer, Lassana Cisse Souleymane, war auf dem Heimweg, als er aus einem vorbeifahrenden Auto angeschossen wurde. Das Auto raste davon und hinterließ den Toten und zwei weitere Verletzte.
Die Polizei erklärte, der Angriff sei rassistisch motiviert gewesen. Eine an den Ermittlungen beteiligte Quelle sagte, einer der Verdächtigen habe zugegeben, die Migranten ins Visier genommen zu haben, „nur weil sie schwarz waren“.
Malta, das seit 2003 Mitglied der EU ist, hat seit langem mit Rassismus und dem Zustrom von Migranten aus Libyen und Nordafrika zu kämpfen.
Im März 2022 äußerte die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz (ECRI) des Europarats ihre Besorgnis darüber, dass Malta keine Pläne zur Einführung einer Form der Legalisierung für Menschen hat, die sich seit vielen Jahren in Malta aufhalten und nicht in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden können.
Weitere Bedenken wurden immer wieder darüber geäußert, dass das Land es versäume oder verzögere, auf humanitäre Hilferufe auf See zu reagieren, und Flüchtlinge und Asylsuchende unter entsetzlichen Bedingungen in „minderwertigen, unhygienischen“ Migrantenlagern unterbringt.
Im Oktober 2021 wurde mit Unterstützung der EU-Gleichstellungskommissarin Helena Dalli die erste Anti-Rassismus-Strategie des Landes gestartet. „Wir müssen Rassismus so behandeln, als wäre er ein direkter Angriff auf uns selbst“, erklärte sie damals.
Es gibt jedoch keine öffentlichen Informationen über die Ergebnisse der Strategie im letzten Jahr.