Mangel an Risikokapital schädigt biopharmazeutische KMU [DE]

Der europäische Biopharmazie-Sektor steht aufgrund der Zurückhaltung von Investoren in risikoreiche Medikamente zu investieren unter hohen Druck, so ein neuer von der EU geförderter Bericht.

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Der europäische Biopharmazie-Sektor steht aufgrund der Zurückhaltung von Investoren in risikoreiche Medikamente zu investieren unter hohen Druck, so ein neuer von der EU geförderter Bericht.

Forschungsintensive Unternehmen wurden am stärksten von der Finanzkrise getroffen, da Risikokapital von Nischenfirmen im biopharmazeutischen Bereich abgezogen wurde. Diese können bis zu 15 Jahre Arbeit für einen Durchbruch brauchen, der neue Arzneimittel hervorbringt. 

Der Bericht, der bei einem Treffen von Entscheidungsträgern, Industrieführern und Geldgebern diese Woche (1. Dezember) in Brüssel präsentiert wurde, fordert einen neuen biopharmazeutischen Innovationsfonds, um den Sektor über Wasser zu halten. 

KMU in ganz Europa leiden unter der Liquiditätskrise, aufgrund derer sie Schwierigkeiten bei der Sicherung von Betriebskapital haben, sowie unter den fortwährenden Herausforderungen der Zahlungsverzögerungen. Jedoch wird das Problem sinkender Finanzierungen bei Risikokapital nicht ein ganzes Jahrzehnt zu spüren sein. 

Die Studie berichtet, dass Investoren nun auf der Suche nach geringeren Risikoverhältnissen sind, zu einer Zeit, in der 40% der KMU in der biopharmazeutischen Branche mehr Zugang zu Kapital innerhalb der nächsten 12 Monate verlangen. 

Sie empfiehlt, auf EU- sowie auf nationaler Ebene Steuervergünstigungen anzubieten und Ko-Investitionsmechanismen zu entwickeln, um Investitionen anzukurbeln. Die Identifizierung und Weiterleitung optimierter Praktiken beim Technologietransfer und der Kommerzialisierung könnten weitere Hilfen für die Förderung des Sektors sein, so der Bericht. 

Schnellere Zulassungen für von jungen Unternehmen entwickelte neue Medikamente könnten ebenfalls zu einem beschleunigten Zeitrahmen für die Rückzahlung von Investitionen führen. 

Giulia Del Brenna, Leiterin der Wettbewerbseinheit für pharmazeutische und biotechnologische Produkte in der EU-Exekutive, sagte, die Industrie sei für das Bestreben Europas, Innovation in den Mittelpunkt von Politikentscheidungen zu stellen, von zentralem Interesse. 

„Wir haben die Verantwortung sicherzustellen, dass die wissensbasierte Wirtschaft Europas – insbesondere der biopharmazeutische Sektor – das aktuelle Wirtschaftsklima übersteht, und wir werden angemessene Unterstützung gewährleisten“, sagte sie. 

Emmanuel Chantelot, geschäftsführender Direktor der Gruppe der europäischen biopharmazeutischen Unternehmen, die der Workshop repräsentiert, sagte, dass dem Sektor schwierige Zeiten bevorstünden und lobte die Europäische Kommission für ihre Zusammenarbeit mit der Industrie, um die Probleme anzugehen. 

Am Treffen nahmen ebenfalls die Europäische Investitionsbank und der Europäische Investitionsfonds teil, die ihre Unterstützung für KMU seit der Krise erhöht haben.