Merkel soll die deutsche Sprache in Brüssel fördern [DE]
Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat einen Antrag angenommen, der die deutsche Regierung dazu auffordert, sich für den Gebrauch des Deutschen als Amtssprache der EU einzusetzen. Dokumente sollten in deutscher Übersetzung an Berlin weitergeleitet werden.
Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat einen Antrag angenommen, der die deutsche Regierung dazu auffordert, sich für den Gebrauch des Deutschen als Amtssprache der EU einzusetzen. Dokumente sollten in deutscher Übersetzung an Berlin weitergeleitet werden.
Der Antrag vom 20. Juni 2007 fordert, dass die „Stellung der deutschen Sprache in Europa ihrer Bedeutung entsprechend berücksichtigt wird“.
Der Ausschuss wies darauf hin, dass alle Dokumente ins Deutsche übersetzt werden sollten, wenn sie für die Teilnahme des Parlaments an EU-Angelegenheiten relevant seien. Laut dem Bundestag empfängt das Haus momentan viele Dokumente, die wichtig für die Entscheidungsprozesse der EU seien, aber entweder nicht oder nur teilweise übersetzt seien.
Außerdem fordert der Antrag von der Regierung, sich dafür einzusetzen, dass die Europäische Kommission die Ausgaben für Übersetzungen künftig gesondert ausweist und nach Zielsprachen aufschlüsselt. Damit könnte in Zukunft der Übersetzungsbedarf und die Übersetzungsleistungen selbst besser quantifiziert werden, so der Haushaltsausschuss.
Der konservative Abgeordnete Klaus-Peter Willsch (CDU), Vorsitzender des Unterausschusses zu Fragen der Europäische Union, nannte als Grund für den Antrag, dass Deutsch für 90 Millionen von insgesamt 492 Millionen Unionsbürger Muttersprache sei. Damit sei Deutsch die meist gesprochene Muttersprache und nach Englisch die „zweitwichtigste Fremdsprache“ in der EU.
In Hinblick auf die gegenwärtige Übersetzungspraxis der EU-Institutionen kritisierte Willsch besonders die Tatsache, dass die „Entscheidung für oder gegen eine vollständige Übersetzung von Dokumenten nach rein formalen Kriterien erfolgt, die politische Bedeutung eines Dokuments dabei aber nicht beachtet wird.“