Merz erwartet Entscheidung über das FCAS-Jet-Projekt in den „nächsten Wochen“

Eine Option wäre, zwei separate Kampfflugzeuge zu entwickeln. Einer der Kernkonflikte des FCAS-Projekts sind die unterschiedlichen Bedürfnisse Frankreichs und Deutschlands.

EURACTIV.com
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Friedrich Merz. [Foto: Fabian Sommer/picture alliance via Getty Images]

Die Gespräche mit Frankreich darüber, ob das Programm für Kampfflugzeuge der nächsten Generation, das Future Combat Air System (FCAS), zu einem einzigen Flugzeug führen oder in zwei Teile aufgeteilt werden soll, dauern an, sagte Bundeskanzler Friedrich Merz am Donnerstag.

Das 100-Milliarden-Euro-Projekt ist seit über einem Jahr ins Stocken geraten, und in letzter Zeit wurden mehrere Lösungen für den Stillstand vorgeschlagen. Eine Option wäre, die Kampfflugzeugkomponente aus dem übergreifenden FCAS-System herauszulösen, sodass Deutschland und Frankreich ihre eigenen Jets entwickeln könnten.

An der Seite seines litauischen Amtskollegen in Berlin sagte Merz, Deutschland befinde sich „derzeit in intensiven Gesprächen mit Frankreich darüber, inwieweit wir die gemeinsame Entwicklung und den gemeinsamen Bau von Flugzeugen fortsetzen werden”.

„Definitiv wird es gemeinsame Systeme geben”

Dennoch zeigte sich der Kanzler zuversichtlich, dass das übergreifende Projekt fortgesetzt wird, und merkte an, dass „es definitiv gemeinsame Systeme geben wird”. Merz erwartet eine gemeinsame Entscheidung dazu „innerhalb der nächsten Wochen”.

Der anhaltende Streit zwischen den Luftfahrtriesen Frankreichs und Deutschlands hat Zweifel daran aufkommen lassen, ob das FCAS-Projekt fortgesetzt wird. Die beiden führenden Auftragnehmer, Airbus Defence and Space aus Deutschland und Dassault aus Frankreich, haben ihre Meinungsverschiedenheiten über die geplanten Arbeiten öffentlich gemacht.

Nur wenige Stunden zuvor hatte Michael Schöllhorn, CEO von Airbus Defence and Space, gegenüber Euractiv erklärt, dass die Entwicklung von zwei separaten Kampfflugzeugen innerhalb des übergreifenden Luftkampfsystems eine „gute“ Lösung wäre.

Unterschiedliche Bedürfnisse Frankreichs und Deutschlands

Einer der Kernkonflikte des FCAS-Projekts – das sich auf einen Kampfflugzeug der nächsten Generation konzentriert, der mit einem Netzwerk von Drohnen und einer KI-Cloud zusammenarbeitet – sind die unterschiedlichen Bedürfnisse Frankreichs und Deutschlands. Die nukleare Abschreckung Frankreichs und seine Fähigkeit, von einem Flugzeugträger aus zu operieren, erfordern beispielsweise andere Spezifikationen als Deutschland sie bevorzugen würde.

Die drei Partnerländer Frankreich, Deutschland und Spanien wollten bis Ende letzten Jahres eine Lösung finden –haben diese jedoch letztendlich auf unbestimmte Zeit verschoben.

(cm)