Europas 100-Milliarden-Euro FCAS-Jet steckt aufgrund von „Verwegenheit“ fest, sagt Spanien
Der Konflikt um Europas Kampfflugzeug der nächsten Generation schwelt seit Monaten. Das Projekt bleibt in der Schwebe und Forderungen werden laut, dass jedes Land seine eigenen Kampfflugzeuge entwickeln solle.
Die Entwicklung des europäischen Kampfflugzeugs der nächsten Generation, des Future Combat Air System (FCAS), wird aufgrund politischer und industrieller Uneinigkeiten verzögert, erklärte der spanische Generalsekretär für Verteidigungspolitik am Mittwoch.
Spanien ist eines der drei Länder, die das FCAS entwickeln. Allerdings schüren Konflikte zwischen französischen und deutschen Industriepartnern Zweifel daran, ob das 100-Milliarden-Euro teure Kampfflugzeugprojekt jemals realisiert werden kann. Bislang ist es Spanien weitgehend gelungen, sich aus dem Streit herauszuhalten.
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Der Streit um das FCAS kann als zwei Seiten derselben Medaille betrachtet werden, sagte Juan Martínez Núñez, Spaniens Generalsekretär für Verteidigungspolitik, auf der jährlichen Konferenz der Europäischen Verteidigungsagentur in Brüssel. „Politische Verwegenheit und industrielle Verwegenheit”, fügte er hinzu.
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten sich zum Ziel gesetzt, den langjährigen Konflikt um Europas Flaggschiff-Verteidigungsprogramm bis Ende 2025 beizulegen.
Eine Lösung wurde jedoch nicht gefunden, sodass das Projekt in der Schwebe bleibt und Forderungen laut werden, dass jedes Land seine eigenen Kampfflugzeuge entwickeln solle. Für den spanischen Beamten wäre die Entwicklung von vier bis fünf verschiedenen Kampfflugzeugprogrammen in Europa ein Fehler.
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Der zukünftige Kampfflugzeug, der für den Einsatz in Verbindung mit einem Netzwerk von Drohnen und einer digitalen Kampf-Cloud konzipiert ist, soll ab 2040 die derzeitigen Flotten der drei Partnerländer ersetzen. Jede weitere Verzögerung des Projekts würde diesen Zeitplan gefährden.
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Der deutsche Staatssekretär für Rüstung, Jens Plötner, erklärte auf der Konferenz, dass das größte Hindernis in den unterschiedlichen Verteidigungsökosystemen der beteiligten Länder liege. Während die französische Industrie eng mit der Regierung verflochten ist, steht der deutsche Teilnehmer Airbus Defence unter dem Dach eines multinationalen Unternehmens. „Wenn man ein Programm hat, das diese zusammenbringt, wird es kompliziert“, sagte er.
Da die deutsche Regierung nur wenige Minderheitsanteile an ihrer Verteidigungsindustrie hält, kann sie die Unternehmen nicht zur Zusammenarbeit verpflichten. Die Grundlage müsse ein Business Case sein, so Plötner.
(cm)