Mittelmeerfruchtfliege: USA verbieten Einfuhr frischer Paprika aus Spanien
Die USA haben die Einfuhr frischer Paprikaschoten zum Verzehr aus Spanien verboten, weil dort die Mittelmeerfliege nachgewiesen wurde. Das teilte die zuständige Behörde des US-Landwirtschaftsministeriums, Aphis, mit.
Die USA haben die Einfuhr frischer Paprikaschoten zum Verzehr aus Spanien verboten, weil dort die Mittelmeerfliege nachgewiesen wurde. Das teilte die zuständige Behörde des US-Landwirtschaftsministeriums, Aphis, mit.
In einer am 29. Dezember veröffentlichten Mitteilung teilte Aphis mit, es habe diese Maßnahme als Reaktion auf die „mehrfachen Nachweise“ der Mittelmeerfliege in kommerziellen Sendungen von frischen Paprikaschoten aus Spanien ergriffen, die bei Kontrollen durch den Zoll aufgetreten sind.
Die Mittelmeerfruchtfliege ist ein äußerst zerstörerischer landwirtschaftlicher Schädling, der mehr als 250 verschiedene Arten von Früchten, Blumen, Gemüse und Nüssen befällt.
Besonders schädlich ist sie für Zitrusfrüchte, Steinfrüchte, Kernobst, Paprika, Tomaten und Feigen. Wenn der Befall nicht bekämpft wird, kann sie bis zu 100 Prozent der Früchte schädigen.
Quellen des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung (MAPA) der spanischen Regierung erklärten gegenüber EURACTIVs Partner EFE Agro, dass die US-Behörden drei lebende Larven der Fruchtfliege in Sendungen von frischem Paprika entdeckt hätten.
Das Ministerium teilte außerdem mit, dass der Sektor, der dieses Produkt produziert und exportiert, über die Situation informiert sei.
„Die Fruchtfliege stellt aufgrund ihres breiten Wirtsspektrums und ihrer Fähigkeit, sich schnell zu vermehren, ein inakzeptables Risiko für die USA dar“, heißt es in der Mitteilung der amerikanischen Behörde, die das Verbot als „notwendigen“ Schritt zum Schutz des amerikanischen Agrarsystems bezeichnet.
Das Verbot soll so lange in Kraft bleiben, bis eine Aphis-Untersuchung ergibt, dass die Einfuhr frischer Paprika aus Spanien kein Risiko für die amerikanische Landwirtschaft darstellt.
Der Kontrolldienst weist zudem darauf hin, dass diese Anordnung keine Auswirkungen auf andere Paprikaarten habe, die derzeit aus Spanien in die Vereinigten Staaten eingeführt werden dürfen, das Land könne also weiterhin andere Capsicum-Arten ausführen.
Aphis verlangt jedoch, dass das Pflanzengesundheitszeugnis, das jeder Sendung von frischem Paprika zum Verzehr aus Spanien beiliegt, den vollständigen botanischen Namen (Gattung und Art) des Paprikas in der Sendung enthält.
Die USA sind der weltweit größte Importeur von frischem Obst und Gemüse und werden nach Angaben des Verbands der Erzeuger:innen und Exporteur:innen von Obst und Gemüse der Region Murcia (Proexport) im Jahr 2020 mehr als 20 Millionen Tonnen und 26.000 Millionen Dollar (etwa 24.500 Millionen Euro) einführen.
Im Jahr 2021 exportierte Spanien demnach 32.993 Tonnen Obst und Gemüse in die USA, und seit 10 Jahren liegt dieser Wert unter 60.000 Tonnen.
[Übersetzt/bearbeitet von Paula Andrés]