Nach tödlicher Schießerei: Macron ruft Frankreich zur Ruhe auf

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sein Land dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren, nachdem der Tod eines 17-Jährigen durch Schüsse der Polizei Zusammenstöße zwischen Protestierenden und Polizeikräften nach sich gezogen hatte.

EURACTIV.fr
Brussels,,Belgium.,17th,Oct.,2019.,Emmanuel,Macron,Gives,A,Media
Der Jugendliche starb an den Verletzungen, die er erlitten hatte, als die Polizei bei einer Polizeikontrolle in Nanterre, einem Vorort von Paris, einen Schuss abgab. Nach der Tragödie wurde der Polizeibeamte in Gewahrsam genommen und eine Untersuchung wegen „freiwilliger Tötung“ eingeleitet, was in dieser Art von Fällen selten vorkommt. Die Polizei erklärte, der Beamte habe auf eine Verweigerung der Zustimmung reagiert. [Shutterstock/Alexandros Michailidis]

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat sein Land dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren, nachdem der Tod eines 17-Jährigen durch Schüsse der Polizei Zusammenstöße zwischen Protestierenden und Polizeikräften nach sich gezogen hatte.

Der Jugendliche starb am Dienstag an den Verletzungen, die er erlitten hatte, als die Polizei bei einer Polizeikontrolle in Nanterre, einem Vorort von Paris, einen Schuss abgab.

Der Polizeibeamte wurde in Gewahrsam genommen und eine Untersuchung wegen „vorsätzlicher Tötung“ eingeleitet. Die Polizei erklärte, der Beamte habe auf die Weigerung des Jugendlichen reagiert, zu kooperieren.

„Wir haben einen Teenager, der getötet wurde, das ist unerklärlich, unentschuldbar“, sagte Macron. Es müsse jedoch „Ruhe herrschen, damit der Gerechtigkeit Genüge getan wird, und es muss überall Ruhe herrschen, denn wir brauchen keinen Flächenbrand, keine Situation, die sich verschlimmern würde“, fügte er hinzu.

Der Tod des Jugendlichen hat in den letzten Tagen heftige Reaktionen in Frankreich hervorgerufen. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kam es in Nanterre zu Zusammenstößen zwischen Polizeibeamten und Anwohnern. Insgesamt wurden über 30 Personen festgenommen, etwa zwanzig Polizeibeamte verletzt, Fahrzeuge verbrannt und Gebäude beschädigt.

Während einer Fragestunde der Senatoren an die Regierung erklärte die französische Premierministerin Elisabeth Borne, die Polizeiaktion habe „eindeutig nicht den Einsatzregeln für unsere Ordnungskräfte“ entsprochen. „Die Bilder deuten darauf hin, dass der rechtliche Rahmen für das Eingreifen nicht eingehalten wurde“, fügte sie hinzu.

In einem auf dem sozialen Netzwerk TikTok veröffentlichten Video rief die Mutter des getöteten jungen Mannes zu einem Protestmarsch vor der Präfektur von Nanterre am Donnerstag auf. Unterdessen wurden am Mittwoch 2.000 Polizisten und Gendarmen in den Pariser Vorstädten eingesetzt, um weitere Zusammenstöße zu verhindern.