Nationale Parlamente dürfen bei CETA entscheiden

Die nationalen Parlamente der EU-Staaten sollen über das Freihandelsabkommen mit Kanada (Ceta) entscheiden.

Am 10. Oktober ist eine Großdemonstration gegen TTIP und CETA in Berlin geplant.
Der Alleingang der EU-Kommission kommt nicht gut an. [<a href="https://www.flickr.com/photos/eci_ttip/17001876528/in/photolist-rUp4yd-sbQNGL-reZ8TY-rUq6zC-pd9EHL-n3R7ut-wmuVDD-rUpcYQ-s9GvhC-rUp1eY-nCFKgw-nCteUh-nEtmAx-nmcCyw-nEtmmz-ndS68e-ndS3DK-nvoyUf-ndRHJ2-ndRSDh-ndRFFH-nscBjC-ncKqPX-scuSx5-scuSxq-sc8X2M-scbSuD-rfoiNF-rfoiPH-sc8WZx-rUBNAU-oZVza7-yfsoxt-xXWPyR-yexKCh-xiqYfm-xXRbEu-yg9m96-yfsj3g-txeSFU-tBhCUr-saLNsL-sd4JKt-rVtuDE-rg4yZf-rVe4E9-rTucgn-scLi7e-scEoPt-rTohaH" target="_blank" rel="noopener">[Stop TTIP/Flickr]</a>]

Die nationalen Parlamente der EU-Staaten sollen über das Freihandelsabkommen mit Kanada (Ceta) entscheiden.

Die EU-Kommission beschloss am Dienstag in Straßburg, von ihrer bisherigen Linie abzuweichen und das Abkommen als sogenannte gemischte Vereinbarung einzustufen. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hatte vorige Woche beim EU-Gipfel noch erklärt, dass Ceta ein reines EU-Abkommen sei und deshalb nur das EU-Parlament darüber abstimmen müsse. Bundeswirtschaftsminister und SPD-Chef Sigmar Gabriel nannte die Haltung der EU-Kommission daraufhin „unglaublich töricht.“ Ceta stößt in Teilen der SPD ebenso auf Kritik wie das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP).

Mit der Entscheidung der EU-Kommission steigt das Risiko, dass das bereits ausverhandelte Ceta-Abkommen von einem der Parlamente abgelehnt wird. Scheitert Ceta, droht auch dem noch umstritteneren TTIP-Vertrag das Aus, gegen das Grüne, Linke und Verbraucherschützer Sturm laufen. Ceta sollt bei einem EU-Kanada-Gipfel im Oktober ratifiziert werden. Ob dieser Zeitplan eingehalten werden kann, ist offen.